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| Fotos von Kindern auf der Webseite zeigen
Die Galerie vom Kita-Sommerfest, die Bilder vom E-Jugend-Turnier, der Rückblick auf die Klassenfahrt: Kaum ein Inhalt wird auf Vereins- und Schulseiten so gern angeklickt, und bei kaum einem ist die Unsicherheit größer. Dass Fotos von Kindern auf der Webseite die Zustimmung der Sorgeberechtigten brauchen, wissen die meisten. Schwieriger sind die Fragen danach: Reicht die Unterschrift der Mutter, wenn der Vater ebenfalls das Sorgerecht hat? Was tun mit dem Mannschaftsfoto, wenn eine Familie Nein sagt? Und was verrät ein harmloses Bild, wenn darunter Vorname, Verein und Ort stehen? Dieser Beitrag geht die Fragen aus Sicht eines Galeriebetreibers durch. Eine Rechtsberatung im Einzelfall ersetzt er nicht.
Wer bei Fotos von Kindern entscheidetFür ein Bild, auf dem ein Kind erkennbar ist, kommen zwei Regelwerke in Betracht: das Recht am eigenen Bild aus dem Kunsturhebergesetz und die DSGVO. Wie die beiden zusammenspielen, ist unter Juristen umstritten. Für die Galerie eines Vereins oder einer Kita führen beide aber zur selben Antwort: Ohne Einverständnis geht es nicht. Weil ein Kind die Tragweite einer Veröffentlichung nicht selbst abschätzen kann, erklären die Sorgeberechtigten das Einverständnis an seiner Stelle. Haben beide Eltern das Sorgerecht, behandeln mehrere Gerichtsentscheidungen und die verbreitete Ansicht in der Fachliteratur die Veröffentlichung im Internet als Angelegenheit, über die sie gemeinsam entscheiden. Unterschreibt nur die Mutter und der getrennt lebende Vater widerspricht später, stehen Sie mit dem Foto zwischen den Fronten. Lassen Sie deshalb beide unterschreiben oder sich bestätigen, dass die unterschreibende Person allein sorgeberechtigt ist. Mit dem Alter kommt das Kind selbst dazu. Eine starre Grenze nennt das Gesetz nicht. Maßgeblich ist, ob es versteht, was mit dem Bild passiert. Bei einem Grundschulkind entscheiden die Eltern, bei einer 15-Jährigen unterschreiben Eltern und Jugendliche gemeinsam, und viele Vereine setzen die zweite Unterschrift ab etwa 14 Jahren an. Sagt ein Kind ausdrücklich, es möchte nicht in der Galerie erscheinen, lassen Sie das Bild weg, auch wenn die Eltern einverstanden sind. Ein Foto, für das sich ein Zwölfjähriger vor seiner Klasse schämt, ist den Ärger nicht wert. Warum es ohne Einwilligung kaum gehtBei Erwachsenen lässt sich ein Übersichtsbild einer öffentlichen Veranstaltung manchmal auf ein berechtigtes Interesse stützen, etwa der Blick über den vollen Festplatz. Bei Kindern ist dieser Weg so gut wie verschlossen: Artikel 6 der DSGVO nennt den Fall, dass die betroffene Person ein Kind ist, ausdrücklich als Grund, ihre Interessen besonders schwer zu gewichten. Für Fotos von Kindern brauchen Sie deshalb praktisch immer eine schriftliche Einwilligung, sobald ein Kind auf dem Bild zu erkennen ist. Sie gilt nur für den Zweck, der darauf steht. Wer für die Galerie des Sommerfests unterschrieben hat, hat damit weder dem Flyer für den Tag der offenen Tür noch einem Beitrag in sozialen Netzwerken zugestimmt. Und während bei Erwachsenen nur die abgebildete Person widerrufen kann, können es bei Kindern die Eltern und später, wenn es alt genug ist, auch das Kind selbst. Was auf das Einwilligungsblatt gehörtDas Einverständnis sollte so konkret sein, dass Eltern es in zwei Minuten lesen und verstehen. Vier Angaben gehören auf das Blatt:
Legen Sie die unterschriebenen Blätter pro Anlass in einen eigenen Umschlag oder Ordner. Was Ihre Datenschutzerklärung über die Bilder sagt, können Sie damit belegen, und wer im Impressum als Verantwortlicher steht, kann auf Nachfrage zeigen, auf welcher Grundlage ein Bild online ist. Muster für eine Einwilligung zum KopierenDer folgende Text ist ein Ausgangspunkt, den Sie an Ihren Verein, Ihre Kita oder Ihre Schule anpassen. Die eckigen Klammern ersetzen Sie, nicht zutreffende Teile streichen Sie. Einverständnis zur Veröffentlichung von Fotos. Wir, [Namen der Sorgeberechtigten], sind damit einverstanden, dass Fotos, auf denen unser Kind [Vorname Nachname] beim [Anlass am Datum] zu sehen ist, in der öffentlichen Bildergalerie auf [Adresse der Webseite] gezeigt werden. Unter den Bildern erscheint kein Name unseres Kindes. Eine andere Verwendung, etwa in gedruckten Werbemitteln oder sozialen Netzwerken, ist davon nicht umfasst. Das Einverständnis ist freiwillig. Wir können es jederzeit ohne Begründung bei [Ansprechpartner, E-Mail] zurücknehmen, die Bilder werden dann aus der Galerie entfernt. [Ort, Datum, Unterschriften beider Sorgeberechtigten.] [Ab etwa 14 Jahren: Ich bin ebenfalls einverstanden. Unterschrift des Kindes.] Notieren Sie auf dem Blatt später, welche Dateien zu diesem Kind gehören und an welchem Tag ein Widerruf eingegangen ist. Ein Blatt, das sich keinem Bild mehr zuordnen lässt, hilft im Ernstfall wenig. Was ein Bild über ein Kind verrätEin Foto allein macht ein Kind selten auffindbar. Gefährlich wird bei Fotos von Kindern die Kombination: Vorname in der Bildunterschrift, das Vereinswappen auf dem Trikot, das Ortsschild im Hintergrund, die Kategorie „Grundschule am Lindenplatz, Klasse 2b“. Wer das zusammensetzt, weiß, wo und wann er ein bestimmtes Kind antrifft. Schreiben Sie deshalb allgemeine Bildunterschriften („Staffellauf am Nachmittag“), lassen Sie Nachnamen ganz weg und verzichten Sie auf Kategorienamen, die Klasse oder Gruppe nennen. Bilder in Badekleidung, beim Umziehen oder in Situationen, die einem Kind später peinlich sein könnten, gehören auch mit Einverständnis nicht in eine öffentliche Galerie. Ein Widerruf wirkt außerdem nur für die Zukunft. Ein Bild, das einmal heruntergeladen und weitergeschickt wurde, holen Sie mit dem Löschen in Ihrer Galerie nicht zurück. Je weniger ein Foto über das Kind verrät, desto weniger richtet eine unerwünschte Weiterverbreitung an. Gruppenbild mit einem fehlenden JaBeim Klassenfoto mit 22 Kindern liegen 21 Einverständnisse vor, eines fehlt. Dann darf das Bild in dieser Form nicht in die öffentliche Galerie, auch wenn das eine Kind ganz am Rand steht. Am einfachsten lösen Sie das schon beim Fotografieren: eine zweite Aufnahme ohne dieses Kind, oder das Kind steht bei einem Bild von hinten im Kreis. Abzüge des vollständigen Bildes für die Klasse sind eine eigene Frage. Auch das Verteilen von Papierbildern ist rechtlich ein Verbreiten. Viele Eltern, die einer Veröffentlichung im Internet widersprechen, haben gegen einen Abzug für die Mitschüler aber nichts. Fragen Sie in diesem Fall gezielt nach. Ist das Foto schon entstanden, bleiben drei Wege, das Kind aus dem Bild zu nehmen:
Alle drei sind Notlösungen. Besser ist ein Ablauf, bei dem der Verein oder die Schule die Einverständnisse vor dem Termin einsammelt und der Fotograf eine Liste der Kinder ohne Ja bekommt. Verpixeln müssen Sie in jedem Fall vor dem Hochladen in einem Bildprogramm, denn eine Bildbearbeitung gibt es in der Verwaltung des Bildergalerie-Scripts nicht. Fotos von Kindern im Bildergalerie-Script sicher einstellenAuch wenn alle Einwilligungen vorliegen, kann die Galerie mehr über ein Kind verraten, als die Eltern erwarten. Das liegt selten am Foto selbst, sondern an dem, was das Script beim Hochladen daraus macht. Drei Stellen sollten Sie kennen, bevor das erste Kinderfoto online geht:
Wie schnell aus einem ordentlich sortierten Ordner am Rechner eine Namensliste im Internet wird, zeigt das folgende Diagramm an einer Datei vom Sommerfest. Oben läuft sie mit der Werkseinstellung durch die Galerie, unten umbenannt und mit der Einstellung auf „Nein“. Kameradaten: was die Kopien entfernen und was nichtBei den Kameradaten wiegt die Galerie Sie leicht in falscher Sicherheit. Vorschaubild und Lightbox-Kopie berechnet das Script neu, dabei fallen alle Kameradaten weg. Beide liegen in Auch wo es eine Kopie gibt, bleibt das Original unter seiner eigenen Adresse abrufbar, im Beispiel Praxisfall: 48 Fotos vom Kita-SommerfestEine Erzieherin möchte 48 Fotos vom Sommerfest zeigen. Für drei Kinder fehlt das Ja der Eltern, und die Dateien hat sie am Rechner schon nach Namen sortiert. Unbearbeitet würde aus „Mia Krüger Sackhüpfen.jpg“ die Unterschrift „Mia Krüger Sackhüpfen“ und die Adresse
Einen Kopierschutz ersetzt das alles nicht. Was der Browser anzeigt, lässt sich speichern, und ein Wasserzeichen setzt die Galerie nicht. Stellen Sie deshalb nur Bilder online, deren Weiterverbreitung keinem Kind schaden würde. Wenn Sie den Ablauf mit Testbildern nachstellen möchten, können Sie das Bildergalerie-Script kostenlos herunterladen und die Einstellungen in Ruhe ausprobieren. Häufige FragenRund um Fotos von Kindern stellen Eltern, Erzieher und Vereinsvorstände immer wieder ähnliche Fragen. Die Antworten sind eine allgemeine Orientierung. Ab welchem Alter darf ein Kind selbst über das Foto entscheiden?Eine gesetzliche Altersgrenze dafür gibt es nicht. Es kommt darauf an, ob das Kind versteht, was eine Veröffentlichung im Internet bedeutet. In der Praxis unterschreiben ab etwa 14 Jahren Eltern und Jugendliche gemeinsam. Das Nein eines jüngeren Kindes sollten Sie trotzdem ernst nehmen. Dieser Hinweis ersetzt keine Rechtsberatung. Was muss in der schriftlichen Einwilligung für ein Kinderfoto stehen?Die Namen von Kind und Sorgeberechtigten, der Anlass mit Datum, der Ort der Veröffentlichung, die Zusage, dass kein Name unter dem Bild steht, und an wen sich die Familie wendet, um das Einverständnis zurückzunehmen. Das Muster weiter oben enthält alle Punkte und lässt sich an Ihren Anlass anpassen. Was tue ich bei einem Gruppenbild, wenn für ein Kind das Ja fehlt?Das Bild in dieser Form nicht online stellen. Zeigen Sie stattdessen eine Aufnahme ohne das Kind, schneiden Sie es heraus oder machen Sie es vor dem Hochladen gründlich unkenntlich. Ob die Familien Abzüge des vollständigen Bildes bekommen dürfen, klären Sie getrennt mit den Eltern des betroffenen Kindes. Warum steht unter meinem Kinderfoto plötzlich der Name des Kindes?Im Bildergalerie-Script ist „Dateiname als Beschreibung“ ab Werk eingeschaltet. Heißt die Datei „Mia Krüger.jpg“, wird daraus die Bildunterschrift „Mia Krüger“. Ändern Sie die Beschreibung unter „Bilder verwalten“ und schalten Sie die Einstellung unter „Einstellungen“ › „Beschreibungen“ aus. Der Dateiname in der Adresse bleibt, dafür hilft nur Löschen und neu Hochladen unter neutralem Namen. Entfernt die Galerie die GPS-Daten aus meinen Fotos?Nur aus den Kopien. Vorschaubild und Lightbox-Kopie in Verwandte ThemenRund um Kinderfotos greifen Einwilligung, Datenschutz und die übrigen Pflichtseiten ineinander. | ||||||||||||