DSGVO bei Fotos auf der Webseite: Datenschutz für Bilder

 

Wer eine Bildergalerie betreibt, verarbeitet personenbezogene Daten, sobald auf einem Foto ein Mensch zu erkennen ist. Daraus folgt dreierlei: Für jedes solche Bild brauchen Sie einen Grund, den die Datenschutz-Grundverordnung anerkennt, Sie müssen die Abgebildeten informieren, und Sie müssen das Foto auf Verlangen wieder herausnehmen. Streng genommen ist schon das Fotografieren eine Verarbeitung. Für Galeriebetreiber entscheidet sich die DSGVO bei Fotos aber meist an dem, was danach mit der Datei geschieht: Hochladen, Speichern, Anzeigen, Löschen. Das Bild vom leeren Vereinsheim oder vom Abendrot über dem Baggersee berührt die Verordnung dagegen gar nicht.

DSGVO bei Fotos: Gruppenfoto in der Galerie „Sommerfest 2026“, verknüpft mit einer unterschriebenen Einwilligung für die Galerie

Wann die DSGVO bei Fotos greift

Die Verordnung fragt nicht, wer die Hauptperson ist, sondern ob sich jemand identifizieren lässt. Ein brauchbarer Prüfstein: Könnte eine Nachbarin, ein Arbeitskollege oder die Trainerin die Person beim Durchklicken Ihrer Galerie benennen? Dann ist das Foto ein personenbezogenes Datum. Das gilt für den Mann mit abgewandtem Gesicht im roten Trikot mit der Rückennummer 9 genauso wie für ein Kind, das nur klein am Rand steht, dessen Name aber in der Bildunterschrift auftaucht. Das Panorama vom Stadtlauf, auf dem 300 Läuferinnen und Läufer als bunte Punkte zu sehen sind, ist dagegen meist kein Problem.

Gehen Sie eine neue Fotoserie deshalb vor dem Hochladen einmal durch und bilden Sie drei Stapel: Bilder ohne Menschen, Bilder mit Menschen, die niemand herauslesen kann, und Bilder mit erkennbaren Personen. Nur der dritte Stapel braucht eine Rechtsgrundlage. Von 120 Aufnahmen eines Sommerfests landen vielleicht 25 im ersten, 15 im zweiten und 80 im dritten Stapel. Schon diese Rechnung zeigt, warum sich ein Formular lohnt, das vor dem Fest unterschrieben wird, statt hinterher für 80 Bilder einzeln nachzufragen.

Welche Rechtsgrundlage ein Galeriefoto trägt

Artikel 6 der DSGVO zählt die Gründe auf, die eine Verarbeitung erlauben. Für eine Galerie kommen praktisch zwei in Frage. Die Einwilligung nach Absatz 1 Buchstabe a verlangt von Ihnen keine Abwägung, dafür aber einen Nachweis. Das berechtigte Interesse nach Buchstabe f kann etwa Übersichtsbilder einer öffentlichen Veranstaltung tragen. Es setzt aber voraus, dass Ihr Interesse an der Veröffentlichung schwerer wiegt als das der Abgebildeten, und bei Kindern geht diese Abwägung fast nie zu Ihren Gunsten aus. Daneben gilt in Deutschland das Kunsturhebergesetz mit dem Recht am eigenen Bild. Wie beide Regelwerke bei privaten Seiten und Vereinen zusammenspielen, haben Gerichte noch nicht abschließend geklärt. Für Sie folgt daraus eine einfache Regel: Wählen Sie im Zweifel den Weg, der nach beiden Gesetzen hält, und das ist die schriftliche Einwilligung.

FrageEinwilligungBerechtigtes Interesse
Passt typischerweise fürPorträts, Mannschaftsfotos, alle Bilder mit KindernÜbersichtsaufnahmen öffentlicher Veranstaltungen ohne herausgehobene Einzelne
Ihre AufgabeZustimmung einholen und belegen können (Art. 7 Abs. 1)Abwägung durchdenken und schriftlich festhalten
Wenn die Person nicht mehr willWiderruf, das Foto muss offlineWiderspruch nach Art. 21, das Foto muss in aller Regel ebenfalls offline
Unsicherheitgering, wenn die Unterlagen stimmenhöher, ein Gericht kann anders abwägen

Damit steht der Prüfweg, den jedes Foto vor der Veröffentlichung nimmt. Ist niemand erkennbar, laden Sie das Bild ohne weitere Formalitäten hoch. Ist jemand erkennbar, wählen Sie eine der beiden Grundlagen, erfüllen danach die Pflichten aus dem nächsten Abschnitt und halten für einen Widerruf den Weg zum Löschen bereit. Wie verschieden lang er ausfällt, zeigen zwei Bilder vom selben Stadtlauf: das Panorama und das Foto der drei Siegerinnen.

Animiertes Diagramm zum Prüfweg: Das Stadtlauf-Panorama ohne erkennbare Person geht direkt online, das Siegerinnen-Foto läuft über die Einwilligung, die Pflichten und den Widerruf bis zum Löschen unter „Bilder verwalten“
Erst die Erkennbarkeit, dann die Rechtsgrundlage, dann Pflichten und Widerruf. Den ganzen Weg gehen nur Fotos mit erkennbaren Personen.

Was nach dem Hochladen zu tun bleibt

Mit dem Ja der Abgebildeten ist die Sache nicht erledigt. Einige Pflichten übersehen Betreiber kleiner Galerien gern, weil sie erst Monate nach der Veröffentlichung fällig werden.

  • Informieren: Nach Art. 13 erfährt die Person, wer verantwortlich ist, wofür und wie lange das Bild gezeigt wird und welche Rechte sie hat. Das gehört auf das Einwilligungsblatt und in die Datenschutzerklärung Ihrer Seite.
  • Belegen: Sie müssen zeigen können, dass die Zustimmung vorlag, und zwar so lange, wie das Bild online ist. Ein Blatt im Aktenordner genügt, solange es sich dem richtigen Bild zuordnen lässt.
  • Entfernen: Nach einem Widerruf oder Löschverlangen (Art. 17) nehmen Sie das Bild ohne unnötiges Zögern offline, nicht erst beim nächsten Aufräumen im Frühjahr.
  • Sparsam bleiben: Der Grundsatz der Datenminimierung (Art. 5 Abs. 1 c) spricht gegen Nachnamen in Bildunterschriften und gegen Standortdaten in Dateien, die niemand braucht.
  • Befristen: Nach dem Grundsatz der Speicherbegrenzung (Art. 5 Abs. 1 e) bleibt ein Foto nur so lange online, wie der Zweck es trägt.

Der letzte Punkt geht im Alltag am häufigsten unter. Eine Galerie wächst über Jahre, und das Gruppenbild der F-Jugend von 2019 zeigt heute Jugendliche, die damals nicht gefragt wurden. Legen Sie deshalb für jede Kategorie eine Frist fest, die auch auf dem Einwilligungsblatt steht, etwa „bis Ende 2028“ für das Sommerfest 2026, und tragen Sie sich das Datum in den Kalender ein. Bei Bildern, die bewusst als Vereinschronik dauerhaft bleiben sollen, schreiben Sie genau das in die Einwilligung.

Was auf ein Einwilligungsblatt gehört

Ein Formular, das vor dem Fest ausliegt, deckt den größten Teil dieser Pflichten auf einmal ab, wenn es vollständig ist. Fehlt eine der folgenden Angaben, wird es im Streitfall schwierig, die Zustimmung als „informiert“ zu belegen, wie Art. 4 Nr. 11 und Art. 7 es verlangen.

  1. Name und Kontakt des Verantwortlichen, also Verein oder Betreiber der Seite, mit Anschrift oder E-Mail-Adresse.
  2. Welche Aufnahmen gemeint sind: Anlass und Datum, zum Beispiel „Fotos vom Sommerfest am 4. Juli 2026“.
  3. Wo die Bilder erscheinen, mit Adresse der Galerie. Weitere Zwecke wie Plakat, Vereinszeitung oder soziale Netzwerke als eigene Felder zum Ankreuzen.
  4. Ob der Name genannt wird: kein Name, nur Vorname oder voller Name.
  5. Wie lange die Bilder online bleiben, als Datum oder Ereignis („bis zum Austritt aus dem Verein“).
  6. Der Hinweis, dass die Einwilligung freiwillig ist und jederzeit für die Zukunft widerrufen werden kann (Art. 7 Abs. 3), samt Adresse, an die der Widerruf geht.
  7. Der Hinweis, dass Bilder im Internet weltweit abrufbar sind und Kopien, die Dritte gespeichert haben, sich nicht zurückholen lassen.
  8. Ein Verweis auf die Datenschutzerklärung mit den Rechten auf Auskunft, Löschung und Beschwerde bei der Aufsichtsbehörde.
  9. Name der abgebildeten Person, Datum und Unterschrift, bei Kindern die der Sorgeberechtigten.

Ein solches Blatt passt auf eine Seite. Die Ankreuzfelder für die einzelnen Zwecke haben einen praktischen Grund: Wer der Galerie zustimmt, dem Plakat aber nicht, kann das so festhalten, und Sie wissen später genau, wofür das Ja gilt.

Feste, Vereine und Kitas: drei typische Fehler

Der erste Stolperstein bei Veranstaltungsfotos ist das Hinweisschild als Ersatz für jede Zustimmung. Ein Aushang am Eingang mit dem Satz „Auf dieser Veranstaltung wird fotografiert“ erfüllt einen Teil der Informationspflicht und kann bei Übersichtsbildern die Abwägung stützen. Eine Einwilligung ist er nicht, denn wer nur durch die Tür geht, hat nichts erklärt. Für das Foto der Festrednerin am Pult oder der drei Siegerinnen auf dem Treppchen brauchen Sie weiterhin ein eigenes Ja.

Der zweite ist der stille Zweckwechsel. Die Mitglieder haben für die Galerie auf der Vereinsseite unterschrieben, zwei Jahre später erscheint dasselbe Bild auf dem Plakat für den Sponsorenlauf. Für diesen neuen Zweck fehlt die Grundlage, also fragen Sie neu, sofern das Ankreuzfeld für Plakate damals leer blieb.

Der dritte betrifft Fotos von Kindern: Hier unterschreiben die Sorgeberechtigten, bei gemeinsamem Sorgerecht möglichst beide Elternteile. Jugendliche, die schon überblicken, was eine Veröffentlichung bedeutet, fragen Sie zusätzlich selbst. Die oft zitierte Altersgrenze von 16 Jahren aus Art. 8 DSGVO betrifft Online-Dienste, die sich direkt an Kinder wenden, und lässt sich nicht einfach auf das Foto in Ihrer Galerie übertragen.

DSGVO bei Fotos im Bildergalerie-Script: was auf dem Server liegt

Für den Datenschutz zählt neben dem, was Besucher in der Galerie sehen, auch die Frage, welche Dateien auf dem Server liegen. Das Bildergalerie-Script legt zu jedem hochgeladenen Foto bis zu drei Dateien an, und die unterscheiden sich in einem wichtigen Punkt: den versteckten Kameradaten (EXIF), zu denen bei Handyfotos oft die GPS-Koordinaten des Aufnahmeorts gehören.

DateiOrtKameradaten und GPS
Originalbilder/<Ordner der Kategorie>/bleiben unverändert erhalten
Vorschaubildbilder/tn/tn<Kategorie-ID>_…neu berechnet, ohne diese Daten
Kopie für die große Ansichtbilder/tn/ob_<Kategorie-ID>_…neu berechnet, ohne diese Daten

Ein Rechenbeispiel zeigt, was das bedeutet. Ein Handyfoto mit 4032 × 3024 Pixeln ist größer als der Standardwert von 1024 Pixeln, den Sie unter „Einstellungen“ im Abschnitt „Große Ansicht (Lightbox)“ bei „Maximale Breite der großen Ansicht“ und „Maximale Höhe der großen Ansicht“ finden. Die Lightbox zeigt deshalb eine Kopie mit 1024 × 768 Pixeln ohne GPS-Angaben. Das Original liegt trotzdem weiter unter seiner Adresse im Ordner bilder/ und kann von jedem abgerufen werden, der diese Adresse kennt. Eine Liste des Ordners zeigt der Server zwar nicht an, die mitgelieferte bilder/.htaccess schaltet sie ab, doch Dateinamen lassen sich erraten. Ist ein Bild kleiner als die eingestellten Höchstwerte oder stehen beide Werte auf 0, öffnet die Lightbox sogar direkt das Original, es sei denn, die Galerie muss das Foto laut EXIF-Angabe drehen.

Animiertes Diagramm: Ein Handyfoto mit GPS-Standort wird hochgeladen, die Galerie legt Original, Vorschaubild und Lightbox-Kopie an, nur das Original behält den Standort und bleibt abrufbar
Ein Upload, drei Dateien: Den Aufnahmeort behält nur das Original im Kategorieordner.

Entfernen Sie den Standort deshalb vor dem Hochladen, etwa über die Freigabe-Optionen des Handys oder beim Export im Bildprogramm. Eine Funktion, die das beim Upload erledigt, hat die Galerie nicht. Für Ihre Datenschutzerklärung ist außerdem gut zu wissen: Das Script setzt für Besucher der Galerie kein eigenes Cookie und lädt keine Dateien von fremden Servern, die Skripte der großen Ansicht liegen im Ordner js/ auf Ihrem Webspace. Ein Sitzungscookie entsteht nur beim Anmelden in der Verwaltung. Das „Systemprotokoll“ speichert zu jeder Aktion der Administratoren Zeit, Benutzer und IP-Adresse. Auch das sind personenbezogene Daten, allerdings Ihre eigenen und die Ihrer Mitstreiter.

Wenn jemand seine Einwilligung widerruft

Ein Widerruf wirkt ab dem Moment, in dem er Sie erreicht. Was bis dahin mit Einwilligung online war, bleibt rechtmäßig, ab jetzt muss das Bild weg. In der Praxis scheitert das selten am Willen, sondern am Finden: Wer 600 Fotos in zwölf Kategorien hat und nur weiß, dass „die Tochter von Frau Schäfer irgendwo beim Herbstfest“ zu sehen ist, sucht eine Stunde. Führen Sie deshalb neben den Einwilligungsblättern eine schlichte Liste mit Name der Person, Kategorie, Dateinamen der Bilder und Datum der Zustimmung. Kommt der Widerruf, gehen Sie so vor:

  1. In der Liste die Kategorie und die Dateinamen der betroffenen Person nachschlagen.
  2. In der Verwaltung „Bilder verwalten“ öffnen und die Kategorie wählen.
  3. Beim betroffenen Bild auf „Löschen“ klicken und die Rückfrage „Bild „…“ wirklich löschen?“ mit „Ja, löschen“ bestätigen. Die Galerie entfernt Original, Vorschaubild, Lightbox-Kopie und den Datenbankeintrag in einem Schritt und leert ihren Zwischenspeicher selbst.
  4. Im „Systemprotokoll“ kontrollieren, dass ein Eintrag wie „Bild gelöscht: sommerfest-17.jpg (Sommerfest)“ erschienen ist.
  5. Das Löschdatum in einer weiteren Spalte der Liste eintragen. Das Protokoll taugt nicht als dauerhafter Beleg, denn den Knopf „Einträge älter als 90 Tage löschen“ kann jeder Administrator drücken. Ihre Liste dagegen zeigt auch nach Jahren, dass Sie reagiert haben.

Wenn Sie das an einer eigenen Testgalerie nachvollziehen möchten, können Sie das Bildergalerie-Script kostenlos herunterladen und den Ablauf mit einem harmlosen Foto ausprobieren.

Häufige Fragen zur DSGVO bei Fotos

Die folgenden Antworten geben eine allgemeine Orientierung für Betreiber kleiner Galerien. Sie ersetzen keine Rechtsberatung im Einzelfall.

Gilt die DSGVO bei Fotos auch für eine private Familiengalerie?

Sobald die Galerie offen im Netz steht, ja. Die Ausnahme für rein persönliche und familiäre Tätigkeiten in Art. 2 Abs. 2 c DSGVO greift nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs nicht, wenn Daten im Internet einer unbegrenzten Zahl von Menschen zugänglich gemacht werden. Das Fotoalbum auf dem eigenen Rechner fällt nicht unter die Verordnung, dieselben Bilder auf einer öffentlichen Webseite schon.

Gelten Einwilligungen von vor 2018 weiter?

Ja, wenn sie schon damals die Anforderungen erfüllten, die heute gelten: freiwillig, für einen bestimmten Zweck, informiert und nachweisbar. Das stellt Erwägungsgrund 171 der DSGVO klar. Ein mündliches „Passt schon“ von 2015, das Sie nicht belegen können, trägt dagegen nicht. Für solche Bilder holen Sie die Zustimmung neu ein oder nehmen sie heraus.

Ist ein gelöschtes Bild auch aus der Google-Bildersuche verschwunden?

Nicht sofort. Auf Ihrem Server ist es nach dem Löschen sofort weg, Suchmaschinen zeigen das Vorschaubild aber oft noch Tage oder Wochen, bis sie die Seite neu abrufen. Mit Googles Formular zum Entfernen veralteter Inhalte lässt sich das beschleunigen.

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