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| DSGVO bei Fotos auf der Webseite: Datenschutz für Bilder
Wer eine Bildergalerie betreibt, verarbeitet personenbezogene Daten, sobald auf einem Foto ein Mensch zu erkennen ist. Daraus folgt dreierlei: Für jedes solche Bild brauchen Sie einen Grund, den die Datenschutz-Grundverordnung anerkennt, Sie müssen die Abgebildeten informieren, und Sie müssen das Foto auf Verlangen wieder herausnehmen. Streng genommen ist schon das Fotografieren eine Verarbeitung. Für Galeriebetreiber entscheidet sich die DSGVO bei Fotos aber meist an dem, was danach mit der Datei geschieht: Hochladen, Speichern, Anzeigen, Löschen. Das Bild vom leeren Vereinsheim oder vom Abendrot über dem Baggersee berührt die Verordnung dagegen gar nicht.
Wann die DSGVO bei Fotos greiftDie Verordnung fragt nicht, wer die Hauptperson ist, sondern ob sich jemand identifizieren lässt. Ein brauchbarer Prüfstein: Könnte eine Nachbarin, ein Arbeitskollege oder die Trainerin die Person beim Durchklicken Ihrer Galerie benennen? Dann ist das Foto ein personenbezogenes Datum. Das gilt für den Mann mit abgewandtem Gesicht im roten Trikot mit der Rückennummer 9 genauso wie für ein Kind, das nur klein am Rand steht, dessen Name aber in der Bildunterschrift auftaucht. Das Panorama vom Stadtlauf, auf dem 300 Läuferinnen und Läufer als bunte Punkte zu sehen sind, ist dagegen meist kein Problem. Gehen Sie eine neue Fotoserie deshalb vor dem Hochladen einmal durch und bilden Sie drei Stapel: Bilder ohne Menschen, Bilder mit Menschen, die niemand herauslesen kann, und Bilder mit erkennbaren Personen. Nur der dritte Stapel braucht eine Rechtsgrundlage. Von 120 Aufnahmen eines Sommerfests landen vielleicht 25 im ersten, 15 im zweiten und 80 im dritten Stapel. Schon diese Rechnung zeigt, warum sich ein Formular lohnt, das vor dem Fest unterschrieben wird, statt hinterher für 80 Bilder einzeln nachzufragen. Welche Rechtsgrundlage ein Galeriefoto trägtArtikel 6 der DSGVO zählt die Gründe auf, die eine Verarbeitung erlauben. Für eine Galerie kommen praktisch zwei in Frage. Die Einwilligung nach Absatz 1 Buchstabe a verlangt von Ihnen keine Abwägung, dafür aber einen Nachweis. Das berechtigte Interesse nach Buchstabe f kann etwa Übersichtsbilder einer öffentlichen Veranstaltung tragen. Es setzt aber voraus, dass Ihr Interesse an der Veröffentlichung schwerer wiegt als das der Abgebildeten, und bei Kindern geht diese Abwägung fast nie zu Ihren Gunsten aus. Daneben gilt in Deutschland das Kunsturhebergesetz mit dem Recht am eigenen Bild. Wie beide Regelwerke bei privaten Seiten und Vereinen zusammenspielen, haben Gerichte noch nicht abschließend geklärt. Für Sie folgt daraus eine einfache Regel: Wählen Sie im Zweifel den Weg, der nach beiden Gesetzen hält, und das ist die schriftliche Einwilligung.
Damit steht der Prüfweg, den jedes Foto vor der Veröffentlichung nimmt. Ist niemand erkennbar, laden Sie das Bild ohne weitere Formalitäten hoch. Ist jemand erkennbar, wählen Sie eine der beiden Grundlagen, erfüllen danach die Pflichten aus dem nächsten Abschnitt und halten für einen Widerruf den Weg zum Löschen bereit. Wie verschieden lang er ausfällt, zeigen zwei Bilder vom selben Stadtlauf: das Panorama und das Foto der drei Siegerinnen. Was nach dem Hochladen zu tun bleibtMit dem Ja der Abgebildeten ist die Sache nicht erledigt. Einige Pflichten übersehen Betreiber kleiner Galerien gern, weil sie erst Monate nach der Veröffentlichung fällig werden.
Der letzte Punkt geht im Alltag am häufigsten unter. Eine Galerie wächst über Jahre, und das Gruppenbild der F-Jugend von 2019 zeigt heute Jugendliche, die damals nicht gefragt wurden. Legen Sie deshalb für jede Kategorie eine Frist fest, die auch auf dem Einwilligungsblatt steht, etwa „bis Ende 2028“ für das Sommerfest 2026, und tragen Sie sich das Datum in den Kalender ein. Bei Bildern, die bewusst als Vereinschronik dauerhaft bleiben sollen, schreiben Sie genau das in die Einwilligung. Was auf ein Einwilligungsblatt gehörtEin Formular, das vor dem Fest ausliegt, deckt den größten Teil dieser Pflichten auf einmal ab, wenn es vollständig ist. Fehlt eine der folgenden Angaben, wird es im Streitfall schwierig, die Zustimmung als „informiert“ zu belegen, wie Art. 4 Nr. 11 und Art. 7 es verlangen.
Ein solches Blatt passt auf eine Seite. Die Ankreuzfelder für die einzelnen Zwecke haben einen praktischen Grund: Wer der Galerie zustimmt, dem Plakat aber nicht, kann das so festhalten, und Sie wissen später genau, wofür das Ja gilt. Feste, Vereine und Kitas: drei typische FehlerDer erste Stolperstein bei Veranstaltungsfotos ist das Hinweisschild als Ersatz für jede Zustimmung. Ein Aushang am Eingang mit dem Satz „Auf dieser Veranstaltung wird fotografiert“ erfüllt einen Teil der Informationspflicht und kann bei Übersichtsbildern die Abwägung stützen. Eine Einwilligung ist er nicht, denn wer nur durch die Tür geht, hat nichts erklärt. Für das Foto der Festrednerin am Pult oder der drei Siegerinnen auf dem Treppchen brauchen Sie weiterhin ein eigenes Ja. Der zweite ist der stille Zweckwechsel. Die Mitglieder haben für die Galerie auf der Vereinsseite unterschrieben, zwei Jahre später erscheint dasselbe Bild auf dem Plakat für den Sponsorenlauf. Für diesen neuen Zweck fehlt die Grundlage, also fragen Sie neu, sofern das Ankreuzfeld für Plakate damals leer blieb. Der dritte betrifft Fotos von Kindern: Hier unterschreiben die Sorgeberechtigten, bei gemeinsamem Sorgerecht möglichst beide Elternteile. Jugendliche, die schon überblicken, was eine Veröffentlichung bedeutet, fragen Sie zusätzlich selbst. Die oft zitierte Altersgrenze von 16 Jahren aus Art. 8 DSGVO betrifft Online-Dienste, die sich direkt an Kinder wenden, und lässt sich nicht einfach auf das Foto in Ihrer Galerie übertragen. DSGVO bei Fotos im Bildergalerie-Script: was auf dem Server liegtFür den Datenschutz zählt neben dem, was Besucher in der Galerie sehen, auch die Frage, welche Dateien auf dem Server liegen. Das Bildergalerie-Script legt zu jedem hochgeladenen Foto bis zu drei Dateien an, und die unterscheiden sich in einem wichtigen Punkt: den versteckten Kameradaten (EXIF), zu denen bei Handyfotos oft die GPS-Koordinaten des Aufnahmeorts gehören.
Ein Rechenbeispiel zeigt, was das bedeutet. Ein Handyfoto mit 4032 × 3024 Pixeln ist größer als der Standardwert von 1024 Pixeln, den Sie unter „Einstellungen“ im Abschnitt „Große Ansicht (Lightbox)“ bei „Maximale Breite der großen Ansicht“ und „Maximale Höhe der großen Ansicht“ finden. Die Lightbox zeigt deshalb eine Kopie mit 1024 × 768 Pixeln ohne GPS-Angaben. Das Original liegt trotzdem weiter unter seiner Adresse im Ordner Entfernen Sie den Standort deshalb vor dem Hochladen, etwa über die Freigabe-Optionen des Handys oder beim Export im Bildprogramm. Eine Funktion, die das beim Upload erledigt, hat die Galerie nicht. Für Ihre Datenschutzerklärung ist außerdem gut zu wissen: Das Script setzt für Besucher der Galerie kein eigenes Cookie und lädt keine Dateien von fremden Servern, die Skripte der großen Ansicht liegen im Ordner Wenn jemand seine Einwilligung widerruftEin Widerruf wirkt ab dem Moment, in dem er Sie erreicht. Was bis dahin mit Einwilligung online war, bleibt rechtmäßig, ab jetzt muss das Bild weg. In der Praxis scheitert das selten am Willen, sondern am Finden: Wer 600 Fotos in zwölf Kategorien hat und nur weiß, dass „die Tochter von Frau Schäfer irgendwo beim Herbstfest“ zu sehen ist, sucht eine Stunde. Führen Sie deshalb neben den Einwilligungsblättern eine schlichte Liste mit Name der Person, Kategorie, Dateinamen der Bilder und Datum der Zustimmung. Kommt der Widerruf, gehen Sie so vor:
Wenn Sie das an einer eigenen Testgalerie nachvollziehen möchten, können Sie das Bildergalerie-Script kostenlos herunterladen und den Ablauf mit einem harmlosen Foto ausprobieren. Häufige Fragen zur DSGVO bei FotosDie folgenden Antworten geben eine allgemeine Orientierung für Betreiber kleiner Galerien. Sie ersetzen keine Rechtsberatung im Einzelfall. Gilt die DSGVO bei Fotos auch für eine private Familiengalerie?Sobald die Galerie offen im Netz steht, ja. Die Ausnahme für rein persönliche und familiäre Tätigkeiten in Art. 2 Abs. 2 c DSGVO greift nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs nicht, wenn Daten im Internet einer unbegrenzten Zahl von Menschen zugänglich gemacht werden. Das Fotoalbum auf dem eigenen Rechner fällt nicht unter die Verordnung, dieselben Bilder auf einer öffentlichen Webseite schon. Gelten Einwilligungen von vor 2018 weiter?Ja, wenn sie schon damals die Anforderungen erfüllten, die heute gelten: freiwillig, für einen bestimmten Zweck, informiert und nachweisbar. Das stellt Erwägungsgrund 171 der DSGVO klar. Ein mündliches „Passt schon“ von 2015, das Sie nicht belegen können, trägt dagegen nicht. Für solche Bilder holen Sie die Zustimmung neu ein oder nehmen sie heraus. Ist ein gelöschtes Bild auch aus der Google-Bildersuche verschwunden?Nicht sofort. Auf Ihrem Server ist es nach dem Löschen sofort weg, Suchmaschinen zeigen das Vorschaubild aber oft noch Tage oder Wochen, bis sie die Seite neu abrufen. Mit Googles Formular zum Entfernen veralteter Inhalte lässt sich das beschleunigen. Verwandte ThemenDie DSGVO bei Fotos hängt eng mit Einwilligung, Urheberrecht und Datenschutzerklärung zusammen. Diese Beiträge vertiefen die einzelnen Punkte: | |||||||||||||||||||||||||||