SSL Verschlüsselung einfach erklärt

 

SSL Verschlüsselung steht für "Secure Sockets Layer" und meint eine verschlüsselte Verbindung zwischen Ihrem Browser und der Website, die Sie gerade besuchen. Vereinfacht gesagt sorgt SSL dafür, dass die Daten auf dem Weg von Ihrem Computer zum Server und zurück nicht von Fremden mitgelesen werden können. Heute spricht man technisch meist von TLS, doch der Begriff SSL hat sich im Alltag gehalten und meint dasselbe Prinzip.

Schema einfach erklärt: SSL verschlüsselt die Verbindung zwischen Browser und Server vor Mitlesern

Warum eine Verbindung überhaupt verschlüsselt werden muss

Wenn Sie etwas im Internet aufrufen, reisen Ihre Daten durch viele Stationen: Ihren Router, den Anbieter, verschiedene Knotenpunkte. Ohne Schutz wären diese Daten wie eine Postkarte, die jeder auf dem Weg lesen kann. Mit SSL werden sie zu einem versiegelten Brief, dessen Inhalt nur Absender und Empfänger entschlüsseln können. Niemand dazwischen kann mitlesen, selbst wenn er die Daten abfängt.

Das ist überall dort wichtig, wo Sie etwas eingeben, das nicht jeder sehen soll. Dazu zählen unter anderem folgende Fälle:

  • Passwörter beim Anmelden in einem Konto
  • Adresse und Zahlungsdaten bei einer Bestellung
  • Nachrichten in einem Kontaktformular
  • Zugangsdaten, mit denen Sie eine eigene Website verwalten

Selbst bei einer einfachen Bildergalerie ist der Schutz sinnvoll, denn auch beim Login in den Verwaltungsbereich werden Benutzername und Passwort übertragen. Ohne Verschlüsselung könnten diese in einem fremden Netzwerk, etwa einem offenen WLAN im Café, abgefangen werden.

Wie die SSL Verschlüsselung die Daten schützt

SSL arbeitet mit zwei Aufgaben gleichzeitig. Zum einen verschlüsselt es den Inhalt, sodass mitgelesene Daten nur als unverständliches Zeichengewirr ankommen. Zum anderen prüft es, ob die Website wirklich die ist, für die sie sich ausgibt. Beim Verbindungsaufbau handeln Browser und Server im Bruchteil einer Sekunde einen geheimen Schlüssel aus, der nur für diese eine Sitzung gilt.

Die folgende Gegenüberstellung zeigt, was sich mit und ohne SSL praktisch unterscheidet.

MerkmalOhne SSLMit SSL
Datenübertragungoffen lesbarverschlüsselt
Adresse im Browserbeginnt mit httpbeginnt mit https
Hinweis im Browseroft Warnung "nicht sicher"Schloss-Symbol
Schutz von Passwörterngeringhoch

Woran Sie die SSL Verschlüsselung erkennen

Sie müssen kein Fachwissen mitbringen, um zu sehen, ob eine Seite geschützt ist. Schauen Sie in die Adresszeile Ihres Browsers. Beginnt die Adresse mit "https" und steht ein kleines Schloss daneben, ist die Verbindung verschlüsselt. Fehlt das Schloss oder warnt der Browser mit "nicht sicher", sollten Sie dort keine sensiblen Daten eingeben.

Ein Klick auf das Schloss zeigt oft weitere Angaben dazu, für wen die Verschlüsselung ausgestellt wurde. Für den täglichen Gebrauch reicht es aber meist, auf das "https" und das Schloss zu achten. Wer mehr wissen möchte, findet dort auch das Ablaufdatum der Verschlüsselung.

Verbreitete Irrtümer über SSL Verschlüsselung

Ein häufiger Irrtum ist, dass ein Schloss-Symbol eine Seite automatisch seriös macht. Es bestätigt nur, dass die Verbindung verschlüsselt ist, nicht, dass die Betreiber ehrlich sind. Auch eine betrügerische Seite kann eine gültige Verschlüsselung besitzen. Das Schloss schützt Ihre Eingaben vor fremden Augen, ersetzt aber nicht den gesunden Menschenverstand bei der Frage, wem Sie Ihre Daten anvertrauen.

Ebenso falsch ist die Annahme, SSL bremse eine Seite spürbar aus. Die Verschlüsselung läuft so schnell, dass Sie im Alltag nichts davon bemerken. Der kleine zusätzliche Aufwand beim Verbindungsaufbau fällt gegenüber dem Sicherheitsgewinn nicht ins Gewicht.

SSL Verschlüsselung aus Betreibersicht

Betreiben Sie selbst eine Seite, dann ist SSL längst kein Luxus mehr, sondern Standard. Browser zeigen Seiten ohne Verschlüsselung mit einer Warnung an, was Besucher abschreckt. Auch Suchmaschinen bevorzugen verschlüsselte Seiten. Bei den meisten Hosting-Paketen lässt sich die Verschlüsselung heute mit wenigen Klicks einschalten, oft sogar kostenfrei. Einmal eingerichtet, läuft SSL im Hintergrund, ohne dass Sie sich weiter darum kümmern müssen. So bleibt die Verbindung für jeden Besucher dauerhaft geschützt, und Ihre Seite wirkt von der ersten Sekunde an vertrauenswürdig.

Häufige Fragen

Rund um das Schloss-Symbol und die Frage, ob sich SSL für die eigene Galerie lohnt, tauchen immer wieder dieselben Punkte auf.

Wie schalte ich SSL für meine eigene Bildergalerie ein?

Bei den meisten Hosting-Paketen aktivieren Sie die Verschlüsselung mit wenigen Klicks im Kundenmenü, oft kostenfrei über ein automatisch erneuertes Zertifikat. Danach ist Ihre Galerie über https erreichbar und der Login in den Verwaltungsbereich überträgt Benutzername und Passwort nicht mehr im Klartext.

Was ist der Unterschied zwischen SSL und TLS?

Technisch ist heute fast immer TLS im Einsatz, der Nachfolger von SSL. Der Begriff SSL hat sich im Alltag aber gehalten und meint dasselbe Prinzip: eine verschlüsselte Verbindung zwischen Browser und Server.

Macht das Schloss-Symbol eine Website automatisch seriös?

Nein. Das Schloss bestätigt nur, dass die Verbindung verschlüsselt ist, nicht dass der Betreiber ehrlich ist. Auch eine betrügerische Seite kann eine gültige Verschlüsselung haben, deshalb ersetzt das https den gesunden Menschenverstand nicht.

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