Was ist SFTP und FTPS?

 

Beim normalen FTP wandern deine Zugangsdaten und Dateien unverschlüsselt durch das Netz. Wer mitliest, könnte sie abfangen. Deshalb gibt es sichere Varianten. Die Frage "Was ist SFTP und FTPS" taucht spätestens dann auf, wenn dein Hoster eine dieser Methoden empfiehlt oder dein FTP-Client danach fragt. Beide schützen die Übertragung, gehen die Sache aber technisch unterschiedlich an.

Vergleichsgrafik SFTP und FTPS als verschlüsselte FTP-Verbindungen zwischen Laptop und Server

Warum normales FTP ein Risiko ist

Klassisches FTP überträgt alles im Klartext, auch Benutzername und Passwort. In einem unsicheren Netzwerk, etwa einem offenen WLAN im Cafe, kann jemand diese Daten mitlesen. Für eine private Bildergalerie mag das verkraftbar wirken, doch sobald jemand dein Passwort kennt, kann er deine Dateien verändern oder löschen. Die sicheren Varianten verschlüsseln deshalb die gesamte Verbindung, sodass Mitlesen nichts mehr bringt.

SFTP und FTPS im Überblick

Die beiden Abkürzungen sehen ähnlich aus, meinen aber zwei verschiedene Verfahren. SFTP setzt auf SSH auf, also dieselbe Technik, mit der man Server sicher fernsteuert. FTPS dagegen ist das vertraute FTP, das zusätzlich über eine Verschlüsselung namens TLS abgesichert wird. Beide erreichen das gleiche Ziel auf unterschiedlichem Weg, und beide sind deutlich sicherer als das ungeschützte FTP.

Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick:

MerkmalSFTPFTPS
GrundlageSSHFTP mit TLS
Üblicher Port2221 oder 990
Verbindungein einzelner Kanalmehrere Kanäle
Einrichtungmeist unkompliziertetwas mehr Einstellungen

Warum der Unterschied in der Praxis zählt

SFTP nutzt nur einen einzigen Port und eine einzige Verbindung. Das macht es robust gegenüber Firewalls, die oft Probleme bereiten, wenn ein Programm mehrere Kanäle öffnen will. FTPS dagegen trennt Steuerung und Datenübertragung auf zwei Kanäle auf. In manchen Netzwerken muss man dann zusätzliche Einstellungen vornehmen, damit beide Kanäle durchkommen. Für Einsteiger ist SFTP deshalb oft der bequemere Weg, weil es seltener an einer Firewall hängen bleibt.

So erkennst du eine sichere Verbindung

Ob deine Verbindung verschlüsselt ist, zeigt dir der FTP-Client meist deutlich an. Oft erscheint ein Schloss-Symbol oder der Hinweis, dass eine gesicherte Verbindung besteht. Beim ersten Verbinden über SFTP fragt das Programm nach einem Sicherheitsschlüssel des Servers, den du bestätigst. Beim nächsten Mal erkennt es den Server wieder. Ändert sich dieser Schlüssel unerwartet, ist Vorsicht geboten, denn das kann auf einen Fehler oder einen anderen Server hindeuten.

SFTP fühlt sich für viele bequemer an, weil es mit einem einzigen Port arbeitet und seltener an einer Firewall scheitert. Wer von unterwegs in wechselnden Netzwerken arbeitet, fährt damit häufig ruhiger. FTPS ist dagegen tief in der Welt des klassischen Webhostings verwurzelt und in vielen älteren Umgebungen die vorgesehene Methode. Letztlich gibt dein Hoster die Richtung vor: Steht in seiner Anleitung SFTP, nimmst du SFTP; nennt er FTPS, nimmst du FTPS.

Welche Variante du nehmen solltest

In der Praxis nimmst du das, was dein Hoster anbietet. Viele Anbieter unterstützen SFTP, weil es mit nur einem Port arbeitet und durch Firewalls leichter durchkommt. FTPS findest du eher bei klassischen Webhosting-Paketen. Dein FTP-Client beherrscht in der Regel beides; du wählst die Methode einfach in den Verbindungseinstellungen aus. Welche du nimmst, spielt für die Sicherheit kaum eine Rolle, denn beide verschlüsseln gleichermaßen.

So gehst du bei der Einrichtung vor:

  • Schau in den Hilfe-Seiten deines Hosters, welche Variante unterstützt wird.
  • Notiere dir den passenden Port, meist 22 für SFTP.
  • Wähle im FTP-Client unter Protokoll SFTP oder FTPS aus.
  • Trage Zugangsdaten und Port ein und verbinde dich.

Bestätigt der Client beim ersten Verbinden einen Sicherheitsschlüssel, ist das normal und ein Zeichen, dass die verschlüsselte Verbindung steht. Ab dann läuft dein Upload genauso wie bei normalem FTP, nur eben geschützt vor fremden Blicken.

Häufige Fragen

Bei der Wahl zwischen SFTP und FTPS sind vor allem die Ports und die Frage nach der sichereren Variante immer wieder Thema.

Welchen Port nutzen SFTP und FTPS?

SFTP läuft über Port 22, weil es auf SSH aufsetzt. FTPS nutzt Port 21 oder 990, da es das klassische FTP zusätzlich über TLS absichert. Den passenden Port tragen Sie im FTP-Client unter den Verbindungseinstellungen ein.

Welche Variante ist sicherer, SFTP oder FTPS?

Für die Sicherheit spielt es kaum eine Rolle, denn beide verschlüsseln die gesamte Verbindung gleichermaßen. SFTP ist für Einsteiger oft bequemer, weil es nur einen einzigen Port und Kanal nutzt und seltener an einer Firewall hängen bleibt.

Welche Methode soll ich nehmen, SFTP oder FTPS?

Nehmen Sie das, was Ihr Hoster in seiner Anleitung empfiehlt. Steht dort SFTP, wählen Sie SFTP, nennt er FTPS, nehmen Sie FTPS. Ihr FTP-Client beherrscht in der Regel beides, Sie wählen die Methode einfach unter Protokoll aus.

Verwandte Themen

Da SFTP und FTPS direkt am Upload hängen, runden diese FTP-Themen das Bild ab.