Dateirechte CHMOD verständlich erklärt

 

Dateirechte CHMOD regeln, wer an eine Datei darf. Auf einem Webserver liegt jede Datei in einer Art Schließfach. Wer dieses Schließfach öffnen, hineinschreiben oder den Inhalt starten darf, regeln die Dateirechte. CHMOD ist der Befehl, mit dem du diese Erlaubnis änderst. Beim Hochladen einer Bildergalerie stolperst du früher oder später über Fehlermeldungen wie "keine Schreibrechte" oder "Permission denied". Dann hilft es, die Grundlagen zu kennen.

Illustration zu Dateirechten und CHMOD: Schloss schützt Datei und Ordner, drei Nutzer mit unterschiedlichen Rechten

Dateirechte CHMOD: drei Arten von Rechten

Jede Datei und jeder Ordner kennt genau drei Aktionen, die erlaubt oder verboten sein können. Diese drei tauchen in jeder Erklärung wieder auf, deshalb lohnt es sich, sie einmal sauber zu lernen.

  • Lesen (r): Den Inhalt einer Datei ansehen oder einen Ordner durchblättern.
  • Schreiben (w): Eine Datei ändern, neue Dateien anlegen oder löschen.
  • Ausführen (x): Ein Programm starten oder bei Ordnern hineinwechseln.

Wer darf was?

Diese drei Rechte gelten getrennt für drei Gruppen von Personen. So kann der Eigentümer alles dürfen, während fremde Besucher nur lesen.

Der Eigentümer ist meist dein FTP-Konto, also du selbst. Die Gruppe fasst mehrere Konten zusammen, was bei kleinen Hostings selten eine Rolle spielt. Andere meint alle übrigen, im Web also auch der Server-Prozess, der deine Seiten ausliefert.

Die Zahlen hinter Dateirechte CHMOD

Statt jedes Recht einzeln anzuklicken, fasst CHMOD die Erlaubnisse zu Zahlen zusammen. Jedes Recht hat einen festen Wert: Lesen zählt 4, Schreiben 2, Ausführen 1. Addierst du die Werte einer Person, ergibt sich eine Ziffer von 0 bis 7. Drei Ziffern hintereinander stehen für Eigentümer, Gruppe und Andere.

Die folgende Tabelle zeigt die Kombinationen, die dir am häufigsten begegnen.

WertBedeutungTypischer Einsatz
644Eigentümer liest und schreibt, Rest liest nurnormale Dateien wie Bilder oder HTML
755Eigentümer darf alles, Rest liest und betrittOrdner und Skripte
777alle dürfen allesnur im Notfall, ein Sicherheitsrisiko
600nur Eigentümer liest und schreibtKonfigurationen mit Passwörtern

Dateirechte CHMOD ohne Kommandozeile setzen

Du brauchst keinen Server-Login, um CHMOD anzuwenden. Fast jedes FTP-Programm wie FileZilla bietet die Funktion direkt an. Klicke eine Datei mit der rechten Maustaste an und wähle den Punkt zu den Dateiberechtigungen. Dort siehst du Häkchen für die drei Rechte und ein Feld für die Zahl. Trägst du 755 ein, setzen sich die Häkchen automatisch passend.

Für eine Bildergalerie reicht meist eine einfache Regel: Ordner bekommen 755, normale Dateien 644. Braucht das Script einen Ordner zum Speichern hochgeladener Bilder, kann dort 775 nötig sein. Was genau gefordert ist, steht in der Anleitung deines Scripts.

Viele Fehler entstehen, weil ein einzelner Ordner zu wenig Rechte hat. Kann das Script nicht hineinschreiben, scheitert der Upload, obwohl der Rest stimmt. Prüfe in so einem Fall gezielt den Ordner, in den gespeichert werden soll, statt wahllos überall die Rechte hochzudrehen. Eine zweite Falle sind Rechte, die beim Hochladen verloren gehen: Manche FTP-Programme setzen neue Dateien auf einen Standardwert, der nicht zu deinem Script passt. Kontrolliere nach dem Upload daher kurz die wichtigsten Ordner, damit eine einmal gesetzte Erlaubnis nicht unbemerkt wieder verschwindet.

Was du vermeiden solltest

Die Zahl 777 wirkt verlockend, weil damit jeder Fehler verschwindet. Sie öffnet aber auch Fremden das Schreibrecht, was Angreifern Tür und Tor öffnet. Viele Hoster sperren Seiten mit solchen Rechten sogar automatisch. Setze Rechte deshalb immer so eng wie möglich und so weit wie nötig. Wenn etwas nicht funktioniert, prüfe lieber den Eigentümer der Datei, bevor du alles freigibst.

Häufige Fragen

Sobald beim Upload eine Meldung wie "Permission denied" auftaucht, geht es schnell um konkrete CHMOD-Werte.

Welche Rechte braucht der Upload-Ordner einer Galerie?

Für normale Dateien wie Bilder reicht 644, Ordner bekommen 755. Braucht das Script einen Ordner zum Speichern hochgeladener Bilder, kann dort 775 nötig sein. Was genau gefordert ist, steht in der Anleitung Ihres Scripts.

Warum ist 777 gefährlich?

Bei 777 dürfen alle alles, also auch Fremde schreiben, was Angreifern Tür und Tor öffnet. Viele Hoster sperren Seiten mit solchen Rechten sogar automatisch. Setzen Sie Rechte immer so eng wie möglich und so weit wie nötig.

Warum reicht 644 zum Ausliefern im Web?

Der Server-Prozess, der Ihre Seiten ausliefert, zählt zur Gruppe "Andere". Da diese bei 644 lesen darf, kann der Server die Datei an Besucher ausgeben. Schreibrechte braucht er dafür nicht, deshalb ist 644 für Bilder und HTML genau richtig.

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