Hosting für die Webseite verstehen

 

Eine Webseite braucht einen Rechner, der rund um die Uhr am Netz hängt. Den betreibt kaum jemand selbst: Man mietet Platz und Dienste bei einem Anbieter, und das nennt man Hosting. Wer Hosting für die Webseite einer Bildergalerie sucht, braucht Speicher für einige tausend Fotos, PHP für das Galerie-Script, eine Datenbank für Kategorien und Beschreibungen und einen Zugang zum Hochladen. Strom, Kühlung und defekte Festplatten sind Sache des Anbieters, Sie zahlen einen festen Monats- oder Jahresbetrag.

Hosting für die Webseite erklärt: Globus mit Standort-Pin, Linie zu einem Serverschrank in einer Mietgarage, davor ein Schlüssel

Welches Hosting für die Webseite zur Galerie passt

Angeboten wird Hosting in fünf Grundformen. Sie unterscheiden sich darin, wie viel Technik Sie selbst pflegen und ob eigene Scripte erlaubt sind. Für eine Vereins- oder Familiengalerie genügt in aller Regel Shared Hosting.

FormWie es funktioniertTypischer Preis im MonatPasst zur Galerie, wenn …
Shared HostingViele Kunden teilen sich einen Rechner. PHP, Datenbank und Webserver pflegt der Anbieter.etwa 2 bis 10 EuroSie einfach starten wollen
vServer (VPS)Eine virtuelle Maschine mit festem Anteil an Prozessor und Speicher, mit vollem Systemzugriff.etwa 4 bis 20 Eurodas Shared Hosting zu eng wird und Sie Updates selbst einspielen können
Managed ServerEin eigener Server, den der Anbieter einrichtet, aktuell hält und überwacht.meist etwa 50 bis 150 Euroviele Besucher gleichzeitig kommen und niemand den Server betreuen kann
Root-Server (dediziert)Ein ganzes Gerät im Rechenzentrum, das Sie mit allen Rechten selbst einrichten und pflegen.ab etwa 40 EuroSie Linux beherrschen und Sicherungen selbst übernehmen
Homepage-BaukastenSeiten entstehen per Mausklick im Editor des Anbieters.etwa 5 bis 20 Euronie, denn eigene PHP-Scripte lassen sich dort in aller Regel nicht hochladen

Die Preise sind grobe Richtwerte für 2026. Ein typisches Einstiegspaket für rund 5 Euro im Monat bietet 25 bis 100 GB Speicher, mehrere Datenbanken, eine Domain und ein SSL-Zertifikat.

Der größte Sprung liegt zwischen Shared Hosting und vServer, denn ab dem vServer halten Sie PHP und Betriebssystem selbst aktuell. Wechseln Sie deshalb erst, wenn Shared Hosting an eine konkrete Grenze stößt, und prüfen Sie vorher, ob verkleinerte Fotos das Problem billiger lösen.

Was in einem Tarif steckt

Den Kern jedes Tarifs bildet ein Webserver, der die Anfragen der Besucher beantwortet. Um ihn herum liegen diese Bausteine:

  • Webspace: Ihr Anteil an den Festplatten des Anbieters für Script und Fotos.
  • Datenbank: In der Datenbank merkt sich die Galerie Kategorien und Beschreibungen, nicht die Bilder selbst.
  • Dateizugang: Zugangsdaten für FTP, im besten Fall verschlüsselt als FTPS oder SFTP.
  • Zertifikat: Damit ist die Galerie ohne Browserwarnung über https erreichbar. Meist ist es im Preis enthalten.

Domain, DNS und Server: was beim Aufruf geschieht

Domain und Hosting werden oft zusammen verkauft, sind aber zwei Dinge. Die Domain, etwa gartenverein-sonnental.de, ist der Name, den Besucher eintippen. Das DNS ordnet diesem Namen die IP-Adresse des Servers zu. Ruft jemand die Galerie auf, geschieht Folgendes:

  1. Der Browser fragt das DNS nach der IP-Adresse und bekommt sie zurück.
  2. Mit dieser Adresse fragt er beim Webserver im Hosting-Paket nach der Seite.
  3. Der Webserver startet PHP. PHP lädt die Script-Datei bildergalerie.php aus dem Webspace und liest Kategorien und Beschreibungen aus der Datenbank.
  4. Die fertige HTML-Seite geht über den Webserver an den Browser.
  5. Danach fragt der Browser jedes Foto einzeln an, und der Webserver liefert die Datei direkt aus dem Webspace, ohne PHP.

Das Diagramm zeigt dieselben fünf Schritte, die Nummern an den Pfeilen entsprechen der Liste.

Animiertes Ablaufdiagramm in fünf Schritten: Der Browser fragt das DNS nach der IP-Adresse von gartenverein-sonnental.de und dann beim Webserver nach der Seite. PHP lädt bildergalerie.php aus dem Webspace, liest Kategorien aus der Datenbank, und die HTML-Seite geht über den Webserver zurück. Danach liefert der Webserver jedes Foto aus bilder/ oder bilder/tn/ ohne PHP.
PHP arbeitet nur für die HTML-Seite (Schritte 1 bis 4). Die Fotos liefert der Webserver danach einzeln und ohne PHP (Schritt 5).

Die vielen Vorschaubilder sind also gewöhnliche Dateien, deshalb reicht meist ein einfacher Tarif.

Haben Sie Domain und Tarif beim selben Anbieter gekauft, setzt er den DNS-Eintrag selbst. Liegt die Domain woanders, tragen Sie dort die IP-Adresse oder die Nameserver Ihres Hosters ein.

Wie viel Traffic eine Galerie verursacht

Traffic ist die Datenmenge, die der Server an die Besucher schickt. Bei einer Galerie besteht er fast nur aus Bildern. Eine Kategorie zeigt alle ihre Vorschaubilder auf einer Seite. Bei 40 Fotos und rund 15 KB je Vorschaubild mit 200 Pixeln sind das 0,6 MB. Öffnet der Besucher danach zehn Fotos in der großen Ansicht mit 1024 Pixeln zu je rund 0,2 MB, kommen 2 MB dazu.

Ein Besuch kostet so 2,6 MB. Bei 1.000 Besuchen im Monat sind das 2,6 GB, bei 10.000 Besuchen 26 GB. Das bewältigt jeder übliche Shared-Hosting-Tarif.

Ein Vielfaches entsteht nur, wenn die große Ansicht die Originale zeigt, weil Sie unter „Einstellungen“ im Abschnitt „Große Ansicht (Lightbox)“ beide Maße auf 0 gesetzt haben. Dann kostet jeder Klick 4 MB, und dieselben 10.000 Besuche erzeugen rund 410 GB.

Wie viel Speicher die Galerie belegt

Den Speicherbedarf bestimmen fast nur die Fotos, das Script selbst belegt wenige Megabyte. Ein Handyfoto hat oft 3 bis 5 MB, gerechnet wird hier mit 4 MB je Original im Ordner der Kategorie unter bilder/. Dazu legt die Galerie in bilder/tn/ je Foto ein Vorschaubild an und bei großen Fotos eine verkleinerte Kopie für die große Ansicht. Beides zusammen sind grob 0,2 MB, ein Foto belegt also 4,2 MB.

Mit diesen Werten füllt das Diagramm drei Pakete. Das letzte zeigt Fotos, die vor dem Hochladen auf 2000 Pixel an der langen Seite verkleinert wurden: Sie schrumpfen auf rund 0,8 MB und belegen mit den Kopien 1,0 MB.

Animiertes Balkendiagramm, in dem sich drei Pakete mit Fotos füllen: 5 GB sind mit Handyfotos zu 4 MB nach 1.190 Fotos voll, 25 GB sind mit 3.000 Fotos und 12,6 GB etwa zur Hälfte belegt, und dieselben 5 GB fassen 5.000 Fotos, wenn sie vorher auf 2000 Pixel verkleinert wurden
Fast der gesamte Speicher geht an die Originalfotos. Wer sie vor dem Hochladen auf 2000 Pixel verkleinert, bringt gut viermal so viele Fotos ins selbe Paket.

Kleiner als 2000 Pixel sollten die Originale aber nicht werden, denn die Galerie erzeugt ihre Kopien immer aus dem Original. Wollen Sie die große Ansicht später breiter zeigen, etwa mit 1600 statt 1024 Pixeln, braucht sie dafür genug Pixel. Ist der Speicher voll, bricht der Upload mit der Meldung „Der Server kann die Datei nicht schreiben (Speicherplatz voll?)“ ab.

Checkliste vor der Bestellung

Die Werbung nennt Speicher und „unbegrenzten Traffic“. Ob das Bildergalerie-Script auf einem Paket läuft, entscheiden diese Angaben:

  • PHP 8.2 oder neuer mit Erweiterungen: Getestet ist das Script bis PHP 8.5. Pflicht sind GD mit JPEG, PNG und GIF für die Vorschaubilder, mysqli für die Datenbank und mbstring für Umlaute, empfohlen ist exif. Version und Erweiterungen stellen Sie meist im Kundenmenü ein.
  • Arbeitsspeicher für PHP: Das memory_limit sollte mindestens 128 MB betragen, besser 256 MB. Beim Verkleinern hält GD jedes Pixel im Speicher, ein Handyfoto mit 12 Megapixeln braucht so rund 65 MB, eines mit 24 Megapixeln über 120 MB. Reicht das Limit nicht und darf das Script es nicht selbst anheben, fehlen nach dem Upload die Vorschaubilder.
  • Datenbank im Preis: Mindestens eine MySQL- oder MariaDB-Datenbank muss enthalten sein. Das Script braucht MySQL ab 5.7 oder MariaDB ab 10.2, das erfüllen aktuelle Tarife.
  • Apache oder LiteSpeed: Die Galerie sperrt ihre internen Ordner mit .htaccess-Dateien. Die wirken unter Apache und LiteSpeed, den üblichen Webservern bei Shared Hosting. Unter nginx muss der Anbieter die Sperren selbst eintragen.
  • Upload-Grenzen: Wie groß ein Foto sein darf und wie viele auf einmal hochgeladen werden, legt der Tarif fest. Die Seite „Bilder hochladen“ zeigt die geltenden Werte. Sind sie zu knapp, laden Sie große Serien per FTP in den Ordner der Kategorie und übernehmen sie unter „Bilder verwalten“.
  • Grenze für die Dateianzahl: Manche Anbieter begrenzen auch die Zahl der Dateien. Die Galerie legt je Foto bis zu drei an.
  • Sicherungen: Wie viele Tage reichen sie zurück, und kostet das Zurückspielen extra?
  • Standort und AV-Vertrag: Der Hoster verarbeitet für Sie die IP-Adressen der Besucher und die Fotos, auf denen oft Menschen zu sehen sind. Die DSGVO verlangt deshalb einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung, den Anbieter mit Rechenzentrum in der EU meist kostenlos bereitstellen.

PHP-Version, Erweiterungen und Schreibrechte prüft der Installer selbst, das memory_limit nicht: Es steht im Kundenmenü bei den PHP-Einstellungen. Am schnellsten erfahren Sie, ob ein Tarif genügt, wenn Sie das Script kostenlos herunterladen und die Systemprüfung auf Ihrem Webspace starten. Die weiteren Schritte beschreibt die Anleitung Bildergalerie installieren.

Schreiben muss das Script in die Ordner bilder, bilder/tn, cache und inc. Läuft PHP beim Hoster unter Ihrem FTP-Benutzer, genügen dafür die Rechte 755. Andernfalls braucht auch die Gruppe Schreibrecht: Meldet der Installer nach 755 weiter „nicht beschreibbar“, setzen Sie 775.

Häufige Fragen

Was kostet ein Tarif für eine Vereinsgalerie im Jahr?

Mit Shared Hosting meist rund 25 bis 120 Euro. Ein Paket für 5 Euro im Monat kostet 60 Euro im Jahr, oft samt Domain. Rechnen Sie mit dem regulären Preis, nicht mit dem Lockangebot.

Reicht ein kostenloser Webspace?

Selten. Gratis-Angebote blenden oft Werbung ein, erlauben keine eigene Domain oder bieten weder PHP 8.2 noch eine Datenbank. Einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung gibt es dort meist auch nicht.

Was heißt „unbegrenzter Traffic“ wirklich?

Der Anbieter zählt die übertragene Datenmenge nicht gegen eine feste Monatsgrenze. In den Geschäftsbedingungen steht aber meist eine Klausel zur fairen Nutzung, und Rechenzeit und Arbeitsspeicher sind trotzdem begrenzt. Eine Galerie mit 26 GB im Monat bleibt davon weit entfernt.

Was muss ich an der Galerie ändern, wenn ich den Hoster wechsle?

Sie übertragen den Galerie-Ordner samt bilder/ und die Datenbank, etwa per Export und Import in phpMyAdmin. Danach tragen Sie in inc/config.php die Zugangsdaten der neuen Datenbank und, falls sich der Serverpfad geändert hat, den neuen Pfad in $root_dir ein. Die Adresse der Galerie steht nirgends in der Konfiguration. Lassen Sie den alten Tarif einige Tage weiterlaufen, denn manche Geräte merken sich die alte IP-Adresse noch eine Weile.

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