Was ist eine Creative Commons Lizenz: CC für Anfänger

 

Unter einem Foto der Dresdner Frauenkirche in einer freien Bildersammlung steht: „Foto: Jana Weber, CC BY-SA 4.0“. Diese kurze Zeile ersetzt einen ganzen Briefwechsel. Sie sagt Ihnen, dass Sie das Bild ohne Nachfrage in Ihrer Galerie zeigen dürfen, dass Sie dafür Jana Weber nennen müssen und dass ein bearbeitetes Ergebnis wieder unter dieser Lizenz stehen muss. Creative Commons ist genau das: ein Satz fertiger Lizenzen, die ein Urheber an sein Werk hängen kann, damit jeder ohne Rückfrage weiß, was erlaubt ist. Wer die Kürzel lesen kann und weiß, wo er suchen muss, findet Tausende Fotos für die eigene Galerie, ohne einen Cent zu bezahlen.

Creative Commons erklärt: die Bausteine BY, SA, NC und ND mit Bedeutung und die sechs gültigen Lizenzen von CC BY bis CC BY-NC-ND

Creative Commons: Erlaubnis im Voraus statt Anfrage im Einzelfall

Ohne Lizenz müssten Sie jeden Fotografen einzeln anschreiben und auf Antwort warten. Mit einer Creative-Commons-Lizenz hat der Urheber diese Antwort vorab für alle gegeben. Die Texte stammen von einer gemeinnützigen Organisation aus den USA, die seit 2002 Standardlizenzen herausgibt. Aktuell ist die Version 4.0 von 2013. Sie gilt international einheitlich: Anders als bei 2.0 und 3.0 gibt es keine eigens an das deutsche Recht angepasste Fassung wie „CC BY 3.0 DE“ mehr, wohl aber eine offizielle deutsche Übersetzung des Lizenztextes. An Fotos finden Sie trotzdem oft noch 2.0 oder 3.0, und der Unterschied kann für Sie wichtig werden, wie weiter unten zu sehen ist.

Zwei Dinge regelt eine CC-Lizenz nicht. Erstens die Rechte der abgebildeten Menschen: Steht eine erkennbare Person im Bild, brauchen Sie unter Umständen deren Einwilligung, gleich welche Lizenz der Fotograf gewählt hat. Zweitens die Frage, ob der Hochladende überhaupt der Urheber war. Hat jemand ein fremdes Foto unter CC gestellt, ist die Lizenz wertlos. Nehmen Sie deshalb Bilder von Plattformen, die den Urheber nachvollziehbar nennen, und sichern Sie die Fundstelle mit einem Bildschirmfoto.

Wer sich an die Bedingungen hält, darf sich auf die Lizenz verlassen. Der Urheber kann sie für ein Bild, das Sie bereits rechtmäßig nutzen, nicht nachträglich zurücknehmen. Er kann das Foto künftig nur nicht mehr unter dieser Lizenz anbieten. Ihre Kopie mit dem Bildschirmfoto der damaligen Lizenzangabe bleibt gedeckt.

Vier Kürzel, sechs Lizenzen

Jede Creative-Commons-Lizenz setzt sich aus Bausteinen zusammen, deren Kürzel aus dem Englischen stammen. Für eine Bildergalerie ist weniger die Übersetzung interessant als die Frage, welcher Handgriff dadurch erlaubt oder verboten wird.

KürzelWas es für Ihre Galerie heißtTypischer Stolperstein
BYSie nennen Urheber und Lizenz am Bild, mit Verweis auf den Lizenztext.Nur die Plattform genannt, nicht die Person
SAEine Bearbeitung, die Sie zeigen, geben Sie unter derselben oder einer kompatiblen Lizenz weiter.Collage aus einem SA-Bild ohne Lizenzhinweis
NCKeine Nutzung, die vorrangig auf Gewinn oder Bezahlung zielt.NC-Bild in der Galerie eines Geschäfts
NDSie zeigen das Bild nur unverändert.Zuschnitt auf ein Quadrat vor dem Hochladen

BY steckt in allen sechs Lizenzen: CC BY, CC BY-SA, CC BY-NC, CC BY-NC-SA, CC BY-ND und CC BY-NC-ND. SA und ND schließen sich aus, denn wer Bearbeitungen verbietet, kann für sie keine Bedingungen stellen. Daneben gibt es CC0. Damit verzichtet der Urheber so weit wie rechtlich möglich auf seine Rechte. In Deutschland lässt sich das Urheberrecht nicht vollständig aufgeben, deshalb enthält CC0 eine sehr weite Ersatzlizenz. Eine Namensnennung ist nicht nötig, als Geste gegenüber dem Fotografen aber gern gesehen. Ein weiteres Zeichen, die Public Domain Mark, ist keine Lizenz. Sie kennzeichnet Werke, deren Schutzfrist bereits abgelaufen ist.

Wo Sie Creative-Commons-Bilder finden

Die größten Sammlungen haben eigene Suchfilter für die Lizenz. Wer dort gleich die Bedingungen einschränkt, muss später weniger aussortieren. Für eine Galerie, in der Sie Fotos zuschneiden und vielleicht auf einer gewerblichen Seite zeigen, filtern Sie auf Bilder, die kommerzielle Nutzung und Änderungen erlauben. Dann bleiben CC0, CC BY und CC BY-SA übrig.

QuelleSo filtern Sie nach LizenzWorauf Sie achten
Wikimedia CommonsJede Datei hat eine eigene Seite mit Abschnitt zur Lizenz, die Schaltfläche zum Weiterverwenden liefert einen fertigen Nennungstext.Lizenz und Urheber stehen auf der Dateiseite, nicht im Suchergebnis.
FlickrIn der Suche über das Lizenzmenü, etwa auf Bilder, die kommerzielle Nutzung und Änderungen erlauben.Prüfen Sie, ob das Konto wirklich dem Fotografen gehört.
OpenverseSuchmaschine nur für offen lizenzierte Werke, mit Filtern für kommerzielle Nutzung und Bearbeitung.Sie zeigt einen Nennungstext zum Kopieren, die Lizenz gilt aber so, wie sie an der Fundstelle steht.

Pixabay, Unsplash und Pexels sind dagegen keine Creative-Commons-Quellen, obwohl sie oft in einem Atemzug genannt werden. Sie verwenden eigene Lizenzen mit eigenen Regeln. Pixabay und Unsplash haben früher CC0 genutzt und sind davon abgerückt. Was für ein Foto von dort gilt, steht in den Lizenzbedingungen der jeweiligen Plattform, nicht in einem CC-Kürzel.

Prüfweg: Darf das CC-Bild in meine Galerie?

Ob ein bestimmtes Foto unter Creative Commons in Ihre Galerie passt, klären vier Fragen in fester Reihenfolge. Steht es unter CC0, sind Sie fertig. Sonst fragen Sie, wofür Sie die Galerie betreiben, ob Sie das Bild verändern und welche Nennung verlangt ist. Das Diagramm spielt drei Beispiele durch: ein Foto unter CC BY-NC 2.0 auf einer Hotelseite, ein zugeschnittenes Foto unter CC BY-SA 4.0 und ein Foto unter CC0.

Animiertes Entscheidungsdiagramm zu Creative Commons: CC BY-NC 2.0 auf einer Hotelseite endet bei Stopp, ein zugeschnittenes Foto unter CC BY-SA 4.0 braucht die gleiche Lizenz und Urheber, Lizenz und Link, ein CC0-Foto geht direkt in die Galerie
Drei Beispiele, drei Wege: Stopp bei NC auf einer Hotelseite, gleiche Lizenz und Nennung beim zugeschnittenen SA-Bild, direkter Weg bei CC0.

Die Frage nach dem Zweck ist die heikelste. Was „nicht kommerziell“ genau bedeutet, ist umstritten, und deutsche Gerichte haben die Grenze in Einzelfällen unterschiedlich gezogen. Eine private Urlaubsgalerie ohne Werbung ist unproblematisch. Die Galerie eines Hotels, einer Fotografin, die Aufträge sucht, oder eine Seite mit bezahlten Werbeanzeigen sollte NC-Bilder meiden. Im Zweifel nehmen Sie ein Bild ohne NC, davon gibt es genug.

Verkleinern, zuschneiden, montieren: was ND und SA zulassen

Eine Galerie verändert jedes Bild, sobald sie Vorschaubilder rechnet. Ist das schon eine Bearbeitung? Nach Version 4.0 nicht: Technische Anpassungen, die nötig sind, um ein Werk in einem anderen Format oder Medium zu zeigen, sind ausdrücklich erlaubt. Verkleinern und neu speichern gehört dazu. Anders sieht es aus, sobald Sie gestalterisch eingreifen. Einen Ausschnitt wählen, Farben verfremden, Text ins Bild setzen oder mehrere Fotos zu einer Collage verbinden, gilt als Bearbeitung.

  • ND-Bild: Zeigen Sie es so, wie Sie es heruntergeladen haben. Passt das Format nicht zur Galerie, suchen Sie lieber ein anderes Motiv.
  • SA-Bild bearbeitet: erlaubt, die Bearbeitung geben Sie aber unter denselben Bedingungen weiter. Bei CC BY-SA 4.0 heißt das: unter CC BY-SA 4.0, einer späteren Version davon oder einer Lizenz, die Creative Commons ausdrücklich als kompatibel anerkannt hat. Bei CC BY-NC-SA 4.0 bleibt es bei BY-NC-SA. Schreiben Sie „bearbeitet“ zur Angabe und nennen Sie, was Sie verändert haben.
  • SA-Bild unverändert in einer Kategorie: Ihre übrigen Fotos werden davon nicht berührt. Eine Galerie, die neben eigenen Bildern ein SA-Foto zeigt, muss nicht insgesamt unter SA stehen.

Wenn die Angabe fehlte: die 30-Tage-Regel

Wer eine Bedingung verletzt, verliert die Lizenz automatisch. Version 4.0 enthält dafür einen Ausweg, den es in den älteren Fassungen nicht gibt: Beheben Sie den Fehler innerhalb von 30 Tagen, nachdem Sie davon erfahren haben, lebt die Lizenz von selbst wieder auf. Für ein Foto unter CC BY 4.0, unter dem versehentlich der Name fehlte, heißt das: Angabe sofort ergänzen und das Datum festhalten. Bei Bildern unter 2.0 oder 3.0 gibt es diese Frist nicht. Gerade dort kommen Abmahnungen wegen fehlender oder unvollständiger Nennung vor. Prüfen Sie Bilder mit älteren Versionen deshalb besonders sorgfältig, oder wählen Sie gleich eines unter 4.0. Diese Hinweise geben einen Überblick und ersetzen im Streitfall keine anwaltliche Beratung.

Creative-Commons-Bilder im Bildergalerie-Script kennzeichnen

Im Bildergalerie-Script gehört die Lizenzangabe in die Beschreibung des Bildes. Sie erscheint als Bildunterschrift in der großen Ansicht und als Alternativtext des Vorschaubilds. Pro Bild sind 500 Zeichen erlaubt, das reicht für eine vollständige Angabe wie „Hafen am Morgen“ von Jana Weber, CC BY-SA 4.0, mit Quelle als Text. Die Galerie gibt die Beschreibung allerdings als reinen Text aus. Links darin sind nicht anklickbar, HTML wirkt nicht. Schreiben Sie die Adresse der Lizenz deshalb als Text dazu, oder sammeln Sie die vollständigen Nachweise mit Links zusätzlich auf einer eigenen Seite Ihrer Webseite, etwa unter „Bildnachweise“.

Eine Falle steckt in der Grundeinstellung. Unter „Einstellungen“ im Abschnitt „Beschreibungen“ ist „Dateiname als Beschreibung“ ab Werk eingeschaltet. Laden Sie eine heruntergeladene Datei namens hafen_am_morgen_cc-by-sa.jpg hoch, macht die Galerie daraus die Beschreibung „Hafen am morgen cc by sa“. Das sieht nach einer Lizenzangabe aus, ist aber keine: Name des Urhebers, Version der Lizenz und Quelle fehlen. Prüfen Sie nach jedem Upload die Ergebnisseite. Dort steht unter der Überschrift „Neu in „…““ jedes neue Bild mit einem Feld für die Beschreibung, das Sie gleich korrigieren und mit „Beschreibungen speichern“ sichern.

Was die Galerie mit ND- und NC-Bildern macht

Bei ND-Lizenzen fragen viele, ob schon die Galerie das Werk bearbeitet. Das Script verkleinert Bilder für Vorschau und große Ansicht, schneidet aber nichts ab: Das Seitenverhältnis bleibt erhalten, ein Hochformat wird im Vorschaurahmen von 200 × 200 Pixeln (Standard) einfach schmaler. Eine Funktion zum Zuschneiden oder Bearbeiten hat die Verwaltung nicht. Wer ein ND-Bild vorher im Bildprogramm beschneidet, verändert es dagegen selbst. Bei NC-Bildern entscheidet nicht die Software, sondern der Zweck Ihrer Seite. Läuft die Galerie auf der Seite eines Geschäfts oder eines Fotografen, der Aufträge sucht, lassen Sie NC-Bilder besser weg. Wer eine eigene Galerie mit sauber gekennzeichneten CC-Bildern aufbauen möchte, kann das Bildergalerie-Script kostenlos herunterladen und die Einstellung „Dateiname als Beschreibung“ gleich nach der Installation prüfen.

Häufige Fragen

Beim Einsatz von CC-Bildern entscheiden vor allem die Kürzel und die richtige Nennung darüber, ob die Nutzung sauber ist.

Welche Creative-Commons-Lizenz ist für eine Galerie am einfachsten?

CC0 und CC BY. Bei CC0 brauchen Sie keine Nennung, bei CC BY genügt die Angabe von Urheber, Lizenz und Verweis auf den Lizenztext. Beide erlauben Bearbeitungen und jeden Zweck. Mit jedem weiteren Kürzel, also SA, NC oder ND, kommen Bedingungen hinzu, die Sie bei jeder Änderung an der Galerie im Blick behalten müssen.

Wie sieht eine vollständige Angabe für ein CC-Bild aus?

Bewährt hat sich die Reihenfolge Titel, Urheber, Quelle, Lizenz: „Hafen am Morgen“ von Jana Weber, Fundstelle als Link, CC BY-SA 4.0 mit Link zum Lizenztext, bei Änderungen ergänzt um „zugeschnitten“. Den Titel verlangt Version 4.0 nicht mehr zwingend, die älteren Versionen fordern ihn, wenn der Urheber einen angegeben hat.

Was passiert, wenn der Fotograf sein Bild später löscht?

Für Sie ändert sich nichts, solange Sie sich an die Bedingungen halten. Die Lizenz, unter der Sie das Bild bekommen haben, gilt weiter. Schwierig wird nur der Nachweis. Deshalb lohnt sich das Bildschirmfoto der Fundstelle mit Lizenzangabe und Datum, das Sie beim Herunterladen anlegen.

Kann ich im Bildergalerie-Script einen Link zur CC-Lizenz unter das Bild setzen?

Nicht als anklickbaren Link. Die Beschreibung eines Bildes ist reiner Text mit bis zu 500 Zeichen. Schreiben Sie Urheber, Titel, Lizenz und die Adresse der Lizenz als Text hinein und verlinken Sie die Nachweise zusätzlich auf einer eigenen Seite.

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Die Kürzel ergeben mehr Sinn im Zusammenhang mit den übrigen Bildrechte-Themen, von lizenzfreien Fotos bis zur Quellenangabe.