Webseiten-Backup erstellen: Schritt für Schritt

 

Ein Webseiten-Backup erstellen Sie beim ersten Mal an einem Abend. Danach dauert es meist keine Viertelstunde, wenn Sie nicht jedes Mal alles herunterladen, sondern nur das, was seit der letzten Sicherung dazugekommen ist. Die Arbeit steckt am Anfang: einmal herausfinden, welche Teile Ihrer Seite unersetzlich sind und wie Sie prüfen, ob die Kopie taugt. Diese Anleitung geht den Weg für eine selbst betriebene Bildergalerie durch, vom Export der Datenbank über den Download der Fotos bis zur Kopie, die nicht mehr am Rechner hängt. Und sie zeigt, woran Sie eine halbe Sicherung erkennen, bevor Sie sie brauchen.

Webseiten-Backup erstellen: Daten fließen vom Server durch ein Schutzschild in die Cloud, Dateien und Datenbank kommen in eine Box

Welche Teile Sie wirklich brauchen

Die einfachste Regel lautet: Alles, was Sie nicht aus einem frischen Download zurückbekommen, gehört in die Sicherung. Bei einer Galerie bleibt danach erstaunlich wenig übrig, aber jedes Teil davon ist einzigartig.

  • Die Originalfotos: der größte und zugleich wichtigste Brocken. Die Speicherkarte, von der sie stammen, ist oft längst überschrieben.
  • Die Datenbank: klein, aber voller Arbeit. Hier stehen Kategorien, Bildbeschreibungen, Einstellungen und Zugänge, also alles, was Sie getippt haben.
  • Die Konfigurationsdatei: Sie verbindet Programm und Datenbank. Ohne sie startet die Galerie nach einer Wiederherstellung nicht, obwohl alle Daten da sind.
  • Eigene Änderungen: eine angepasste Vorlage, eigene Farben im Stylesheet, eine selbst geschriebene .htaccess. Was Sie nie geändert haben, liefert der Download wieder.

Die Programmdateien selbst brauchen Sie nur, wenn Sie nicht mehr wissen, welche Version Sie einsetzen, oder wenn es sie nicht mehr zum Herunterladen gibt. Den kompletten Webspace zu kopieren ist zwar sicher, dauert aber jedes Mal länger, und im Ernstfall suchen Sie die wichtigen Dateien zwischen Hunderten unwichtigen.

Webseiten-Backup erstellen Schritt für Schritt

Von Hand genügen zwei Werkzeuge, die jeder Webhoster mitbringt oder die kostenlos zu haben sind: phpMyAdmin im Kundenmenü und ein FTP-Programm auf Ihrem Rechner. Legen Sie vorher auf dem Rechner einen Ordner mit dem Datum im Namen an, etwa backup-2026-10-12, und darin einen Unterordner bilder. Jahr, Monat und Tag in dieser Reihenfolge sorgen dafür, dass sich die Ordner später von selbst richtig sortieren.

  1. In phpMyAdmin links die Datenbank der Galerie anklicken, oben den Reiter „Exportieren“ wählen, Format SQL lassen und den Export starten. Die Datei kommt in den Datumsordner.
  2. Im FTP-Programm auf der Serverseite den Ordner bilder/ öffnen, mit Strg und A alles markieren und mit Strg-Klick die Markierung von tn/ wieder aufheben. Die markierten Kategorieordner und Fotos ziehen Sie in den lokalen Unterordner bilder, die Datei inc/config.php in den Datumsordner. Beim ersten Mal läuft das bei vielen Fotos eine Weile, ab dem zweiten Mal genügt der Abgleich aus dem nächsten Abschnitt.
  3. Die Kopie prüfen, so wie im nächsten Abschnitt beschrieben.
  4. Den ganzen Datumsordner auf eine externe Festplatte kopieren und diese danach wieder abziehen.

Schritt vier lassen die meisten weg. Liegt die Sicherung nur auf dem Rechner, auf dem auch die FTP-Zugangsdaten gespeichert sind, kann ein einziger Schaden beides treffen. Das Diagramm zeigt, wie neben dem Original auf dem Webspace zwei getrennte Kopien entstehen und in welcher Reihenfolge Sie vorgehen:

Animiertes Ablaufdiagramm: Vom Webspace kommen der Datenbank-Export aus phpMyAdmin und per FTP-Abgleich bilder/ ohne tn/ und inc/config.php als Kopie 1 in den Datumsordner auf dem Rechner, werden geprüft und als Kopie 2 auf eine externe Festplatte gelegt
Export, Abgleich, Prüfen, Auslagern: Neben dem Original auf dem Webspace liegen danach zwei Kopien an zwei Orten.

Woran Sie eine halbe Sicherung erkennen

Ein abgebrochener Download oder ein leerer Export fällt beim Anlegen nicht auf, denn der Ordner sieht voll aus. Drei kurze Blicke genügen:

  • SQL-Datei: Öffnen Sie sie in einem Texteditor und suchen Sie nach INSERT INTO. Folgen darauf Zeilen mit Ihren Kategorienamen und Beschreibungen, sind die Daten drin. Fehlen solche Zeilen, enthält die Datei bloß die leere Tabellenstruktur.
  • Dateizahl: Vergleichen Sie die Zahl der Dateien in einem Kategorieordner auf dem Server mit der in Ihrer Kopie. Die meisten FTP-Programme zeigen sie unter der Dateiliste an.
  • Stichprobe: Öffnen Sie drei zufällige Fotos. Eine Datei mit richtigem Namen, aber 0 Byte Größe verrät eine unterbrochene Übertragung.

Ab dem zweiten Mal: nur Neues übertragen

Wer nach jedem Upload-Abend ein Webseiten-Backup erstellen soll, lädt bei einer großen Galerie nicht jedes Mal alle Fotos neu herunter. Ein Rechenbeispiel: 2.000 Fotos zu je 4 MB ergeben rund 8 GB, bei 50 MBit/s sind das gut 20 Minuten reine Übertragung. Kommen an einem Abend 50 neue Fotos dazu, sind es nur 200 MB und damit gut eine halbe Minute. Dazu kommen ein paar Sekunden, in denen das Programm die Dateilisten vergleicht. Diesen Abgleich beherrschen die gängigen Werkzeuge:

  • FileZilla: Ziehen Sie bilder/ wie gewohnt in Ihren lokalen Sicherungsordner. Bei bereits vorhandenen Dateien fragt das Programm nach. Wählen Sie dort, nur zu überschreiben, wenn die Quelle neuer ist, und setzen Sie das Häkchen, damit die Wahl für alle Dateien gilt. Unveränderte Fotos werden dann übersprungen.
  • WinSCP: Die Funktion „Synchronisieren“ vergleicht beide Seiten. Als Richtung wählen Sie den lokalen Ordner, damit nur der Rechner geändert wird und nie der Server.
  • rsync: Mit SSH-Zugang beim Webhoster holt rsync -av --exclude 'tn/' benutzer@server:galerie/bilder/ ~/sicherung/bilder/ nur neue und geänderte Dateien ab. Den Pfad passen Sie an Ihren Webspace an.

Ein Abgleich führt eine einzige, laufend aktualisierte Kopie, keine Geschichte. Fotos, die Sie auf dem Server gelöscht haben, bleiben darin erhalten, solange Sie keine Löschoption einschalten. Das ist gewollt, so lässt sich ein versehentlich gelöschtes Bild zurückholen. Die Datenbank exportieren Sie dagegen jedes Mal neu in den Datumsordner, denn sie ist klein und ändert sich bei jeder Beschreibung. Ziehen Sie außerdem einmal im Monat eine vollständige Kopie auf die externe Festplatte, die beim Abgleich nicht überschrieben wird.

Von Hand, beim Hoster oder per Skript

Auf welchem Weg Sie Ihr Webseiten-Backup erstellen, entscheidet weniger die Technik als Ihre Gewohnheit. Eine Handsicherung nach jedem Upload-Abend reicht für eine private Galerie völlig aus, wenn Sie sie wirklich machen. Wer weiß, dass er es vergessen wird, braucht einen Weg, der von selbst läuft.

WegWas Sie tunWo es hakt
Von Hand mit phpMyAdmin und FTPnach jeder größeren Änderung Export und Abgleich, meist unter einer Viertelstundehängt allein an Ihrer Disziplin
Sicherung im Kundenmenü des Hosterseinmal einschalten, im Notfall einen Stand auswählenliegt beim selben Anbieter, Aufbewahrung oft nur wenige Tage
Eigenes Skript per Cronjobeinmal einrichten, danach nur Kopien abholenbraucht Shell-Zugang, meldet Fehler nicht von allein

Die Sicherung des Hosters ist eine bequeme zweite Linie. Fragen Sie vorher, wie viele Tage zurück Sie gehen können, ob sich nur die Datenbank oder nur ein Ordner zurückholen lässt und ob die Wiederherstellung extra kostet. Die Antworten unterscheiden sich von Tarif zu Tarif erheblich. Ziehen Sie sich zusätzlich ab und zu einen eigenen Stand, denn eine Sicherung beim selben Anbieter hilft nicht, wenn Sie den Vertrag wechseln oder der Zugang zum Kundenmenü gesperrt ist.

Die Probe aufs Exempel: einmal zurückspielen

Die Sicherung anzulegen ist nur die halbe Arbeit. Ob sie taugt, wissen Sie erst, wenn daraus wieder eine laufende Seite geworden ist. Üben Sie das einmal ohne Druck, zum Beispiel in einem Unterordner Ihres Webspace mit einer zweiten, leeren Datenbank oder in einer Testumgebung auf dem eigenen Rechner. Dabei stoßen Sie auf die Hürden, die im Ernstfall Zeit kosten. phpMyAdmin nimmt beim Importieren oft nur Dateien bis zu einer bestimmten Größe an, die unter dem Upload-Feld angezeigt wird. Ist Ihre SQL-Datei größer, hilft ein komprimierter Export im Format gzip. Und nach dem Zurückladen der Dateien muss die Konfiguration auf die neue Datenbank zeigen, sonst findet das Programm seine Daten nicht.

So sichern Sie das Bildergalerie-Script

Wer für das Bildergalerie-Script ein Webseiten-Backup erstellen will, kommt mit weniger aus, als viele erwarten. Die Programmdateien müssen Sie nicht mitnehmen, denn sie stecken unverändert im Download-Paket. Entscheidend sind vier Bestandteile, zwei weitere Ordner können Sie getrost weglassen.

BestandteilOrtSichern?
DatenbankTabellen admin, admin_log, bilder, einstellung, kategorieja, per Export in phpMyAdmin
OriginalbilderOrdner bilder/ mit allen Kategorieordnern, ohne bilder/tn/ja, per FTP
KonfigurationDatei inc/config.phpja, sie enthält die Zugangsdaten der Datenbank
Eigene Vorlagen und Stiletpl/ und css/nur wenn Sie dort etwas geändert haben
Vorschaubilderbilder/tn/nein, die Galerie erzeugt sie neu
Zwischenspeichercache/nein, er entsteht von selbst

Ein Rechenbeispiel zeigt, warum sich der Verzicht auf bilder/tn/ lohnt. Eine Galerie mit 2.000 Fotos zu je 4 MB belegt rund 8 GB in bilder/. Die Datenbank dazu ist winzig, denn sie enthält nur Namen, Beschreibungen und Einstellungen, am schnellsten wächst darin das Systemprotokoll. Wer per FTP sichert, verbringt also fast die ganze Zeit mit den Originalen: beim ersten Mal die erwähnten gut 20 Minuten, danach nur noch die Zeit für die neuen Fotos. Die Vorschaubilder und die verkleinerten Kopien für die große Ansicht (Dateien mit tn und ob_ am Anfang) brauchen Sie nicht, weil die Galerie sie beim ersten Aufruf jeder Kategorie neu erstellt. Dieser erste Aufruf dauert dann einmalig länger.

Behandeln Sie das Archiv vertraulich. Die Datei inc/config.php enthält das Datenbank-Passwort im Klartext, deshalb gehört die Sicherung nicht in einen öffentlich erreichbaren Ordner Ihres Webspace. Mit Shell-Zugang beim Webhoster oder auf einem eigenen Server erledigt das Beispielskript aus der Dokumentation des Scripts die Arbeit: mysqldump mit --single-transaction für die Datenbank, tar für bilder/, inc/config.php, tpl/ und css/, die Vorschaubilder ausgeschlossen. Ein Cronjob startet es jede Nacht um 3 Uhr, und Archive, die älter als 30 Tage sind, räumt das Skript selbst weg.

Zurückspielen: die Reihenfolge zählt

Spielen Sie zuerst die Dateien und danach die Datenbank zurück. Andersherum geht zwar nichts verloren, denn die Galerie löscht keinen Datenbankeintrag, nur weil die Datei dazu fehlt. Solange die Fotos noch nicht hochgeladen sind, überspringt die öffentliche Galerie solche Einträge aber, Besucher sehen also halb leere Kategorien. Unter „Bilder verwalten“ erscheint jedes betroffene Bild als Karte „Datei fehlt“ mit dem Knopf „Löschen“. Wer dort in der Eile aufräumt, verliert die Beschreibung tatsächlich. Das Diagramm stellt beide Reihenfolgen nebeneinander.

Animiertes Vergleichsdiagramm: Richtig ist erst Dateien hochladen, dann SQL importieren, dann prüfen; umgekehrt erscheint die Karte „Datei fehlt“, und ein Klick auf „Löschen“ kostet die Beschreibung
Erst die Dateien, dann die Datenbank: So findet jeder Eintrag sein Foto, und unter „Bilder verwalten“ taucht keine Karte „Datei fehlt“ auf.
  1. Zuerst bilder/, inc/config.php und Ihre geänderten Vorlagen per FTP hochladen und warten, bis die Übertragung vollständig ist.
  2. Dann die SQL-Datei in phpMyAdmin über „Importieren“ einspielen.
  3. Bei einem Umzug in inc/config.php die Datenbank-Zugangsdaten und $root_dir an den neuen Server anpassen.
  4. Liegt der Ordner install/ auf dem Server, weil Sie das Paket neu hochgeladen haben, diesen vor dem ersten Aufruf löschen. Sonst bleibt die Administration gesperrt.
  5. Erst jetzt die Galerie aufrufen und prüfen.

Zeigt die Galerie danach „DBD::mysqli Error: Could not connect to the database.“, passen die Zugangsdaten in inc/config.php nicht zur Datenbank. Zum gefahrlosen Üben können Sie das Script kostenlos herunterladen, in einem Unterordner eine Testgalerie mit ein paar Fotos anlegen und diese einmal sichern und wiederherstellen.

Häufige Fragen

Beim eigentlichen Sichern und vor allem beim späteren Zurückspielen tauchen typische Stolpersteine auf, die sich mit etwas Vorbereitung vermeiden lassen.

Wie oft sollte ich ein Webseiten-Backup erstellen?

Nach jeder Änderung, die Sie nicht noch einmal machen möchten. Für eine Galerie heißt das meist: nach jedem Abend, an dem Sie Fotos hochgeladen oder Beschreibungen geschrieben haben. Ändert sich wochenlang nichts, genügt eine Sicherung im Monat, damit auch das Systemprotokoll und Ihre Einstellungen einen aktuellen Stand haben.

Wie automatisiere ich ein Backup per Cronjob?

Sie brauchen beim Webhoster Shell-Zugang oder zumindest die Möglichkeit, Cronjobs anzulegen. Ein kleines Shell-Skript schreibt die Datenbank mit mysqldump in eine Datei und packt die Ordner mit tar in ein Archiv, der Cronjob ruft es zum Beispiel jede Nacht auf. Das Datenbank-Passwort gehört dabei nicht ins Skript, sondern in eine Optionsdatei, die nur Sie lesen dürfen. Holen Sie die fertigen Archive trotzdem regelmäßig ab, denn auf dem Server allein sind sie nicht sicher.

Wie viele Backups sollte ich aufbewahren?

So viele, dass Sie auch einen Fehler beheben können, den Sie erst nach zwei Wochen bemerken. Bewährt hat sich, die täglichen Stände eine Woche lang zu behalten und zusätzlich einen Stand pro Woche für einen Monat. Bei 8 GB Fotos wird das schnell viel Platz. Dann lohnt es sich, die kleine Datenbank täglich und die Bilder nur nach Änderungen zu sichern.

Warum sind nach dem Wiederherstellen die Umlaute kaputt?

Export und Import haben unterschiedliche Zeichensätze angenommen. Aus „Bäume im Herbst“ wird dann eine Folge seltsamer Zeichen. Neue Installationen des Bildergalerie-Scripts legen ihre Tabellen in utf8mb4 an, ältere arbeiten noch mit latin1. Exportieren und importieren Sie deshalb mit demselben Zeichensatz, in phpMyAdmin lässt er sich beim Importieren auswählen. Prüfen Sie das gleich bei der Probewiederherstellung an einer Beschreibung mit Umlauten.

Muss ich bei der Bildergalerie auch den Ordner bilder/tn sichern?

Nein. Darin liegen nur Vorschaubilder und verkleinerte Kopien für die große Ansicht, die das Bildergalerie-Script nach einer Wiederherstellung von selbst neu erzeugt. Wer sie trotzdem mitsichert, spart sich lediglich die Rechenzeit beim ersten Aufruf jeder Kategorie.

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Wer zum ersten Mal ein Webseiten-Backup erstellen will, findet die Werkzeuge hinter den einzelnen Schritten in diesen Anleitungen: