Der Administrationsbereich: das Admin-Panel für Anfänger

 

Ihre Galerie hat zwei Eingänge. Durch den einen kommen Besucher, etwa über ihre-domain.de/galerie/, und blättern durch Kategorien, Vorschaubilder und die große Ansicht. Den anderen benutzen nur Sie: Hängen Sie an dieselbe Adresse noch admin/ an, stehen Sie vor einer Anmeldemaske. Dahinter beginnt der Administrationsbereich, also die Seiten, auf denen Fotos hochgeladen, Kategorien angelegt und Einstellungen gespeichert werden. Wer die Adresse zufällig errät, kommt trotzdem nicht weiter als bis zu diesem Formular.

Administrationsbereich: öffentliche Kategorieseite der Galerie neben der Admin-Seite Einstellungen mit Menü, dazwischen ein Schloss

Vorne lesen, hinten schreiben

Beide Eingänge führen zu denselben Daten. Laden Sie hinten zwölf Fotos in die Kategorie „Hochzeit Lena und Tim“, stehen sie beim nächsten Aufruf vorne in der Galerie. Der Unterschied liegt in der Richtung: Die öffentlichen Seiten holen Namen, Beschreibungen und Bilder nur ab, der Verwaltungsteil legt sie an, ändert sie und löscht sie. Wer schreiben darf, kann also auch zerstören. Genau deshalb sitzt vor dem zweiten Eingang ein Schloss, vor dem ersten nicht. Ob ein Programm diesen Teil Backend, Admin-Panel oder schlicht Verwaltung nennt, ändert an diesem Prinzip nichts.

Animiertes Diagramm: Besucher lesen ohne Login über die Galerie und kommen unter admin/ nur bis zum Anmeldeformular, der Betreiber schreibt nach der Anmeldung zwölf Hochzeitsfotos in dieselbe Datenbank, danach zeigt die Galerie sie an
Vorne und hinten greifen auf dieselbe Datenbank und denselben Ordner bilder/ zu, aber nur die Verwaltung hinter dem Login schreibt hinein.

Wofür Betreiber den Administrationsbereich öffnen

Wer eine Fotogalerie betreibt, verbringt im Administrationsbereich weniger Zeit mit Einstellungen, als man denkt. Fast jeder Besuch hat einen von vier Anlässen, und die kommen sehr unterschiedlich oft vor. Neue Fotos stellen Sie nach jedem Ausflug, Auftrag oder Fest ein. Alle paar Wochen räumen Sie auf, korrigieren Beschreibungen und werfen verwackelte Aufnahmen hinaus. Das Aussehen passen Sie selten an, meist in der ersten Woche und danach kaum noch. Und gelegentlich schauen Sie nach, wer sich wann angemeldet oder etwas geändert hat.

Daraus ergibt sich ein brauchbarer Maßstab, wenn Sie ein Galerie-Script auswählen: Was Sie häufig erledigen, muss schnell gehen, notfalls auch auf dem Handy im Zug. Was Sie selten tun, darf einen Klick tiefer liegen. Wie viel das ausmacht, zeigt eine kleine Rechnung. Braucht jedes Foto eine eigene Upload-Seite mit Auswählen, Absenden und Warten, sind schnell 30 Sekunden pro Bild weg. Bei 40 Urlaubsfotos sind das 20 Minuten, bei zwei solchen Serien im Monat acht Stunden im Jahr. Ein Upload mehrerer Dateien in einem Rutsch schrumpft das auf wenige Minuten. Prüfen Sie deshalb vorher, ob mehrere Dateien gemeinsam hochgehen und ob sich die Texte einer ganzen Kategorie auf einmal speichern lassen.

Wer hineinkommt und wie lange

Das Schloss besteht aus mehr als dem Anmeldeformular. Nach dem Login legt Ihr Browser ein Sitzungs-Cookie ab, eine Art Tagesausweis, den er bei jedem weiteren Klick unaufgefordert vorzeigt. Eine sorgfältig gebaute Verwaltung schaut sich diesen Ausweis jedes Mal neu an: Ist er noch frisch, gehört er zu einem Konto, das es noch gibt, und kommt er vom selben Anschluss wie bei der Anmeldung? Erst wenn alles passt, öffnet sich die gewünschte Seite.

Im Alltag spüren Sie das deutlich. Bleibt der Laptop im Café eine Stunde unbenutzt aufgeklappt, sind Sie danach abgemeldet. Wechselt das Handy auf dem Heimweg vom heimischen WLAN ins Mobilfunknetz, bekommt es eine neue IP-Adresse, und die Verwaltung fragt erneut nach dem Passwort. Das nervt gelegentlich, verhindert aber, dass jemand mit einem abgegriffenen Cookie von einem fremden Rechner aus in Ihrer Galerie arbeitet.

Ein eigenes Konto für jede Person

Pflegen zwei Leute die Galerie, etwa Sie und eine Vereinskollegin, die die Bilder vom Sommerfest beisteuert, liegt es nahe, ihr einfach die eigenen Zugangsdaten für den Administrationsbereich weiterzugeben. Das geht gut bis zu dem Tag, an dem die Kollegin den Verein verlässt. Dann müssen Sie das Passwort ändern und allen anderen neu mitteilen. Und im Protokoll steht bei jeder Änderung derselbe Name, sodass niemand mehr sagen kann, wer die Kategorie „Weihnachtsfeier“ gelöscht hat.

Mit getrennten Konten fallen beide Probleme weg. Große Redaktionssysteme gehen weiter und kennen Rollen: Autoren dürfen hochladen, aber keine Einstellungen anfassen. Schlanke Galerie-Scripte verzichten meist auf solche Stufen. Dann gilt eine einfache Regel: Ein Konto bekommt nur, wem Sie auch das Löschen einer ganzen Kategorie zutrauen.

Der Administrationsbereich im Bildergalerie-Script

Im Bildergalerie-Script liegt der Administrationsbereich im Ordner admin der Galerie, also zum Beispiel unter ihre-domain.de/galerie/admin/. Benutzername und Passwort legen Sie im Installer fest, ein Standardkonto gibt es nicht. Oben steht die Kopfzeile mit der Versionsnummer, links das Menü, rechts der Inhalt. Unter 900 Pixel Breite verschwindet das Menü hinter dem Knopf „Menü“ oben rechts, auf Handybreite (unter 640 Pixel) werden Tabellen wie die Kategorienliste zu untereinander stehenden Karten. Fotos lassen sich so direkt nach dem Fest vom Handy hochladen. Das Menü hat immer diese Reihenfolge:

MenüpunktWozuWann Sie ihn brauchen
„Startseite“Zahl der Kategorien und Bilder, letzte Anmeldung, Schnellzugriffenach jeder Anmeldung
„Kategorie anlegen“neue Kategorie mit eigenem Ordner unter bilder/vor jeder neuen Fotoserie
„Kategorien verwalten“Liste aller Kategorien, Bearbeiten und Löschenbeim Aufräumen
„Bilder hochladen“ein oder mehrere Bilder (JPEG, PNG, GIF) in eine Kategorie ladennach jedem Ausflug oder Fest
„Bilder verwalten“Beschreibungen ändern, Bilder löschen, FTP-Importalle paar Wochen
„Einstellungen“sechs Abschnitte, von „Startseite der Galerie“ bis „Leistung“selten, meist in der ersten Woche
„Passwort ändern“eigenes Passwort ändern, mindestens 8 Zeichenbei Bedarf, etwa wenn es weitergegeben wurde
„Systemprotokoll“Anmeldungen und Änderungen mit Zeit, Benutzer und IP-Adressegelegentlich zur Kontrolle
„Galerie ansehen“ und „Abmelden“Galerie wie ein Besucher öffnen, Sitzung beendenzum Prüfen des Ergebnisses und zum Schluss

Die oben beschriebene Ausweiskontrolle ist hier fest eingebaut, und vor ihr steht noch eine Sperre. Bei jedem Klick schaut das Script zuerst, ob der Ordner install noch auf dem Server liegt. Ist das der Fall, bleibt die Verwaltung gesperrt und zeigt nur „Bitte löschen Sie den Ordner „install““. Diese Stufe betrifft nur die Zeit direkt nach der Installation: Ist der Ordner einmal gelöscht, ist sie bei jedem weiteren Klick erfüllt. Danach folgen die drei eigentlichen Fragen zur Sitzung: nach der Anmeldung, nach dem Leerlauf von höchstens 60 Minuten und nach der IP-Adresse. Scheitert eine Stufe, sehen Sie wieder die Anmeldung, je nach Grund mit „Sie wurden nach längerer Inaktivität abgemeldet.“ oder dem Hinweis, dass sich Ihre IP-Adresse geändert hat.

Animiertes Ablaufdiagramm: Jeder Klick im Administrationsbereich durchläuft die Sperre für den Ordner install und drei Sitzungsprüfungen (Sitzung, unter 60 Minuten Leerlauf, gleiche IP-Adresse); ein Klick nach 70 Minuten Pause endet bei der Abmeldung wegen Inaktivität
Erst wenn alle vier Prüfungen mit Ja enden, öffnet sich die Seite, und die 60 Minuten beginnen von vorn. Nach 70 Minuten Pause ist an der dritten Stufe Schluss.

Ein zweites Konto anlegen

Eine Benutzerverwaltung in der Oberfläche gibt es nicht, weitere Konten entstehen direkt in der Datenbank, Tabelle admin, zum Beispiel über phpMyAdmin im Kundenmenü Ihres Webhosters. Der häufigste Fehler dabei: Das Passwort landet im Klartext in der Spalte password. Dann kommt niemand hinein, denn die Galerie vergleicht die Eingabe mit einem Hash, also einer verschlüsselten Prüfsumme. So geht es richtig:

  1. Einen Hash erzeugen, etwa auf einem Rechner mit PHP: php -r "echo password_hash('ein-langes-Passwort', PASSWORD_DEFAULT), PHP_EOL;". Die doppelten Anführungszeichen außen funktionieren in der Windows-Eingabeaufforderung ebenso wie im Terminal von macOS und Linux. Das Ergebnis beginnt mit $2y$ und ist 60 Zeichen lang.
  2. In phpMyAdmin in der Tabelle admin eine neue Zeile einfügen: bei username den Namen (höchstens 50 Zeichen), bei password den kompletten Hash.
  3. Die neue Person meldet sich an und vergibt unter „Passwort ändern“ sofort ein eigenes Passwort mit mindestens 8 Zeichen.

Haben Sie kein PHP zur Hand, bleibt als Notbehelf die SQL-Funktion MD5('Wegwerfpasswort') in phpMyAdmin. MD5 gilt seit Jahren als unsicher. Die Galerie nimmt solche Altwerte nur noch an, um ältere Installationen nicht auszusperren, und stellt sie bei der ersten erfolgreichen Anmeldung selbst auf bcrypt um. Nehmen Sie dafür deshalb ein Passwort, das nirgends sonst vorkommt und gleich nach der ersten Anmeldung unter „Passwort ändern“ ersetzt wird. Alle Konten haben dieselben Rechte; im „Systemprotokoll“ steht aber bei jeder Aktion der Benutzername.

Praxisbeispiel: eine neue Kategorie in drei Seiten

Wie kurz die Wege sind, zeigt eine Wanderserie mit 20 Fotos:

  1. Unter „Kategorie anlegen“ den Namen „Thüringer Wald“ eintragen. Die Seite schlägt als Ordner thueringer-wald vor. Nach dem Speichern erscheint der Link „Jetzt Bilder in diese Kategorie hochladen“.
  2. Auf der Upload-Seite alle 20 Fotos auf einmal auswählen. Unter der Fläche steht, wie viele Dateien Ihr Webhoster je Vorgang erlaubt; in der PHP-Grundeinstellung sind es genau 20.
  3. Auf der Ergebnisseite die Beschreibungen anpassen und auf „Beschreibungen speichern“ klicken.

Danach ist die Kategorie für Besucher online. Was es im Administrationsbereich dagegen nicht gibt, sollten Sie vor der Wahl des Scripts ebenfalls kennen:

  • Keine Benutzerverwaltung: Konten entstehen nur in der Datenbank, Rechte-Stufen gibt es nicht.
  • Keine Zwei-Faktor-Anmeldung: Als zweite Hürde dient ein Verzeichnisschutz des Webhosters vor dem Ordner admin.
  • Keine Unterkategorien: Alle Kategorien stehen auf einer Ebene.
  • Kein Umsortieren per Ziehen: Kategorien und Bilder erscheinen in der Reihenfolge, in der sie angelegt wurden.

Wer den Bereich selbst ansehen möchte, kann das Bildergalerie-Script kostenlos herunterladen und nach der Installation jeden Menüpunkt in Ruhe ausprobieren.

Häufige Fragen zum Administrationsbereich

Rund um den geschützten Bereich hinter der Galerie kommen vor allem Fragen zum Unterschied der Begriffe und zur Sicherheit auf.

Was ist der Unterschied zwischen Backend und Frontend?

Frontend nennt man alles, was ein Besucher ohne Anmeldung zu sehen bekommt, bei Ihnen also Startseite, Kategorien und große Ansicht. Backend ist die Seite hinter dem Login, auf der Sie diese Inhalte erzeugen und ändern. Beide arbeiten mit derselben Datenbank, nur das Backend darf hineinschreiben.

Ist der Administrationsbereich offen für jeden erreichbar?

Die Adresse lässt sich von jedem aufrufen, denn sie ist eine ganz normale Webadresse. Ohne gültige Anmeldung erscheint dort aber nur das Formular für Benutzername und Passwort. Keine Seite der Verwaltung zeigt Inhalte oder nimmt Änderungen an, bevor die Anmeldung geklappt hat.

Wie schütze ich den Adminbereich zusätzlich vor fremdem Zugriff?

Die wirksamste Maßnahme kostet nichts: ein langes Passwort, das Sie nirgends sonst verwenden. Als zweite Hürde bieten viele Webhoster im Kundenmenü einen Verzeichnisschutz an. Setzen Sie ihn auf den Ordner admin, fragt schon der Webserver nach einem weiteren Passwort, bevor die Anmeldeseite der Galerie überhaupt erscheint.

Was passiert im Bildergalerie-Script nach mehreren falschen Passwörtern?

Nach 5 Fehlversuchen innerhalb von 5 Minuten sperrt das Script den Zugang für 5 Minuten, je IP-Adresse und je Benutzername. Jeder Versuch steht danach im Systemprotokoll, dort erkennen Sie auch fremde Anmeldeversuche.

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Wer den Verwaltungsbereich sicher betreiben will, braucht als Nächstes einen gelungenen ersten Login und ein starkes Passwort.