Was ist Bilder-SEO und wie Suchmaschinen Fotos lesen

 

Angenommen, Sie haben 120 Fotos vom Rennsteig in Ihre Galerie geladen, darunter eine richtig gute Aufnahme vom Aussichtsturm auf dem Schneekopf im Morgennebel. Jemand sucht in der Bildersuche genau danach, und Ihr Foto taucht nicht auf. Am Motiv liegt das selten. Die Suchmaschine hat über das Bild schlicht nichts erfahren: Es heißt IMG_4711.jpg, sein Alternativtext ist leer, und auf der Seite steht als Überschrift „Urlaub 2026“. Bilder-SEO bedeutet, jedem Foto die Worte mitzugeben, die eine Suchmaschine braucht, um es einem Suchbegriff zuzuordnen.

Was ist Bilder-SEO: Lupe über dem Foto eines roten Stadtfahrrads, daneben eine Sprechblase für den Alt-Text und mehrere Schlagwort-Etiketten

Was Bilder-SEO bei einer eigenen Galerie bedeutet

Ein Mensch erkennt den Turm im Nebel auf einen Blick. Eine Suchmaschine kann zwar inzwischen einiges im Bild selbst erkennen, verlässt sich bei der Zuordnung aber vor allem auf den Text, der das Bild umgibt. Wie groß der Unterschied ist, zeigt ein Blick in den Quelltext einer Galerie. So sieht ein Vorschaubild aus, das direkt von der Kamera kommt:

<img src="bilder/tn/tn5_img-4711.jpg" alt="">

Und so dasselbe Foto, nachdem es vor dem Hochladen einen Namen bekommen hat:

<img src="bilder/tn/tn5_schneekopf-turm-im-morgennebel.jpg" alt="Schneekopf Turm im Morgennebel">

Im ersten Fall weiß die Suchmaschine nur, dass hier ein Bild ist. Im zweiten stehen Ort, Gegenstand und Stimmung zweimal da, in der Adresse und im Alternativtext. Stammt die Überschrift der Seite dann noch aus einem Kategorienamen wie „Rennsteig“ und erzählen zwei Sätze darunter von der Wanderung, passen alle Hinweise zusammen, und auf dieses Zusammenspiel kommt es an.

Fünf Angaben, an denen ein Foto gefunden wird

Die Tabelle stellt für jede Angabe eine schwache und eine starke Fassung gegenüber. Die schwache ist jeweils das, was ohne jeden Aufwand entsteht.

AngabeSchwachStark
DateinameIMG_4711.jpgschneekopf-turm-im-morgennebel.jpg
Alternativtextleer, „Bild“ oder „Foto 3“ein Satz zum Motiv mit Ort
Überschrift der SeiteUrlaub 2026Rennsteig
Text um die Bilderkeinerzwei, drei Sätze zu Route, Jahreszeit und Orten
Ladezeit40 Fotos mit je 5 MB auf einer Seitekleine Vorschaubilder, große Fassung erst auf Klick

Keine dieser Angaben wirkt allein Wunder. Ein perfekter Dateiname auf einer Seite ohne Text bringt wenig, ein schöner Seitentext neben 40 leeren Alternativtexten ebenso. Die Wirkung entsteht, wenn alle fünf in dieselbe Richtung zeigen.

Wann sich Bilder-SEO für Sie lohnt

Ob sich die Arbeit lohnt, hängt davon ab, wonach Menschen suchen. Bei Motiven, die einen Namen haben, ist der Nutzen groß: Orte und Wanderwege, Sehenswürdigkeiten, Pflanzen und Tiere, Oldtimer, Handwerksarbeiten, Gerichte. Wer „Schneekopf Turm“ oder „Trockenmauer Sandstein“ eingibt, klickt in der Bildersuche auf das passende Foto und landet über Ihre Galerie auf Ihrer Seite. Bei einem Familienalbum sieht es anders aus. Fotos von Kindergeburtstagen sucht niemand, und oft ist es Ihnen sogar lieber, wenn sie nicht gefunden werden.

Einen zweiten Nutzen haben Sie in jedem Fall. Der Alternativtext wird Menschen vorgelesen, die mit einem Screenreader unterwegs sind. Für sie ist „Schneekopf Turm im Morgennebel“ ein Bild, ein leerer Alternativtext dagegen eine Lücke. Die Arbeit an den Texten dient also beiden Zielen gleichzeitig, ohne dass Sie etwas doppelt schreiben.

Bilder-SEO beim Anlegen einer neuen Kategorie

Am wenigsten Arbeit haben Sie, wenn Sie die Namen von Anfang an mitdenken. Nachträglich 120 Beschreibungen zu ändern dauert deutlich länger, als die Fotos vor dem Hochladen zu benennen. Diese Reihenfolge hat sich bewährt:

  1. Einen Kategorienamen wählen, nach dem jemand suchen würde, also „Rennsteig“ statt „Urlaub 2026“.
  2. Für die Kategorie zwei, drei Sätze Beschreibung schreiben: wo, wann, was zu sehen ist.
  3. Am Rechner die besten Fotos einzeln benennen, nach dem, was darauf zu sehen ist. Bei 120 Fotos genügen oft die 20 stärksten.
  4. Die Fotos verkleinern, damit die Seite schnell lädt, und dann hochladen.
  5. Die Beschreibungen nach dem Hochladen durchsehen und dort ergänzen, wo der Dateiname nichts hergegeben hat.

Typische Fehler beim Beschreiben

Der häufigste Fehler ist der Versuch, die Suchmaschine zu überlisten. Ein Alternativtext wie „Rennsteig Wandern Thüringen Rennsteig Urlaub Wanderweg“ hilft niemandem, auch keinem Screenreader-Nutzer, und Suchmaschinen werten solche Wortketten eher ab. Ebenso wenig bringt es, allen 40 Fotos denselben Satz zu geben, denn dann unterscheidet sich kein Bild vom anderen. Und schließlich gehört in den Alternativtext, was zu sehen ist, nicht was Sie dabei empfunden haben: „Aussichtsturm im Nebel“ hilft, „Was für ein Morgen!“ nicht. Der passende Ort dafür ist die Kategoriebeschreibung.

Bilder-SEO im Bildergalerie-Script

Im Bildergalerie-Script erledigt die Galerie zwei der Angaben aus der Tabelle oben schon beim Hochladen, wenn Sie Ihre Fotos vorher sinnvoll benennen. Den Dateinamen wandelt sie nach einer festen Regel um: ä wird zu ae, ö zu oe, ü zu ue und ß zu ss, alles wird kleingeschrieben, und jede Folge anderer Zeichen als a bis z und 0 bis 9 wird zu einem Bindestrich, bei höchstens 80 Zeichen. Aus dem Dateinamen entsteht außerdem die Beschreibung, solange unter „Einstellungen“ im Abschnitt „Beschreibungen“ das Feld „Dateiname als Beschreibung“ auf „Ja“ steht. Das ist der Standard. Diese Beschreibung setzt die Galerie an drei Stellen ein: als Alternativtext (alt) des Vorschaubilds, als Hinweistext beim Zeigen mit der Maus und als Bildunterschrift in der großen Ansicht.

Hochgeladene DateiGespeichert alsBeschreibung und Alt-Text
Schneekopf Turm im Morgennebel.jpgschneekopf-turm-im-morgennebel.jpgSchneekopf Turm im Morgennebel
herbst_laubweg.jpgherbst-laubweg.jpgHerbst laubweg
IMG_4711.JPGimg-4711.jpgleer, denn Kameranamen wie IMG_1234, DSC01234 oder PXL_… ergeben keine Beschreibung

Die dritte Zeile ist der häufigste Fall bei Fotos direkt aus der Kamera oder vom Handy. Lädt jemand 40 solcher Fotos hoch, haben alle 40 Vorschaubilder einen leeren Alternativtext, und die Suchmaschine erfährt über das Motiv nichts. Benennen Sie die Dateien deshalb vorher um oder tragen Sie die Beschreibungen gleich auf der Ergebnisseite nach dem Hochladen ein. Später geht das unter „Bilder verwalten“: Kategorie wählen, Beschreibungen ändern und einmal auf „Beschreibungen speichern“ klicken. Ein Feld fasst höchstens 500 Zeichen, ein ehrlicher Satz genügt.

Was die Bildersuche von Ihrer Galerie zu sehen bekommt

Ein Punkt wird bei Galerien leicht übersehen. Im Quelltext einer Kategorieseite steht im img-Element nur das Vorschaubild, beim Standard also eine Datei wie bilder/tn/tn5_schneekopf-turm-im-morgennebel.jpg mit höchstens 200 × 200 Pixeln. Die Kopie für die große Ansicht (ob_5_…, bis 1024 Pixel) ist nur über den Link um das Vorschaubild erreichbar, und die Lightbox lädt sie erst nach einem Klick. Suchmaschinen werten Bilder vor allem dort aus, wo sie als img auf einer Seite stehen und von Text umgeben sind. Die große Fassung ist zwar als Datei verlinkt, ihr fehlt aber dieser Zusammenhang. In der Bildersuche tritt Ihre Galerie deshalb meist mit dem kleinen Vorschaubild an, und ein Treffer in Briefmarkengröße lockt weniger Klicks als ein großes Foto.

Woher die Angaben auf einer Kategorieseite stammen und welche Datei dabei im img steht, zeigt das Diagramm am Beispiel der Kategorie „Rennsteig“ mit der Nummer 5.

Animiertes Diagramm einer Kategorieseite: Titel und Überschrift aus dem Kategorienamen, Text aus der Kategoriebeschreibung, im img das Vorschaubild tn5_ mit 200 px und alt-Text, die Kopie ob_5_ mit 1024 px nur verlinkt
Alle Texte der Seite stammen aus Namen, die Sie vergeben, im img steht aber nur das 200 Pixel kleine Vorschaubild.

Drei Dinge können Sie dagegen tun:

  • Größere Vorschaubilder: Unter „Einstellungen“ im Abschnitt „Vorschaubilder“ lassen sich Breite und Höhe bis 1000 Pixel anheben. Bei 400 × 400 Pixeln hat jedes Vorschaubild die vierfache Fläche und wird entsprechend schwerer. Prüfen Sie dann auch „Vorschaubilder pro Zeile“, damit die Reihen auf dem Bildschirm Platz finden.
  • Sprechende Dateinamen: Der Dateiname steckt in den Adressen von Vorschaubild, großer Kopie und Original. Ein guter Name nützt also allen drei Fassungen.

Kategorietext, Ordnername und was fehlt

Den umgebenden Text liefert die Kategorie. Ihr Name steht als Überschrift über den Bildern, die vollständige Beschreibung darunter, und der Seitentitel lautet „Bildergalerie – Name der Kategorie“. Schreiben Sie in die Kategoriebeschreibung deshalb zwei, drei konkrete Sätze zu Ort und Motiv statt „Meine Fotos“. Auch der Ordnername steckt in der Adresse jedes Originals, etwa bilder/rennsteig/schneekopf-turm-im-morgennebel.jpg. Vorschaubilder und Kopien für die große Ansicht liegen dagegen in bilder/tn/ und tragen die Nummer der Kategorie statt ihres Ordners. Ändern Sie den Ordnernamen später unter „Bearbeiten“ in der Kategorienliste, ändern sich die Adressen aller Originale der Kategorie, und Adressen, die eine Suchmaschine schon kennt, führen dann ins Leere. Wählen Sie den Ordnernamen also gleich beim Anlegen mit Bedacht.

Einiges bringt das Script nicht mit: eine Sitemap für Bilder, eine eigene Meta-Beschreibung je Kategorie und strukturierte Daten gibt es nicht. Eine Meta-Beschreibung können Sie in die Vorlage tpl/bildergalerie.html schreiben, sie gilt dann aber für alle Seiten der Galerie gleich. Feste Maße (width und height) und kleine Vorschaubilder für eine kurze Ladezeit setzt die Galerie dagegen selbst. Wer das an einer eigenen Galerie ausprobieren möchte, kann das Bildergalerie-Script kostenlos herunterladen und mit sauber benannten Fotos beginnen.

Häufige Fragen

Beim Einstieg in Bilder-SEO geht es meist um konkrete Richtwerte und um die Frage, welche Bausteine wirklich zählen.

Wie lang sollte ein Alt-Text für ein Bild sein?

So lang, dass jemand, der das Bild nicht sieht, weiß, was darauf ist. Meist sind das fünf bis zwölf Wörter, etwa „Aussichtsturm auf dem Schneekopf im Morgennebel“. Wiederholte Suchbegriffe oder Sätze, die nichts mit dem Motiv zu tun haben, gehören nicht hinein.

Welche Dateigröße und welches Format sind für die Bildersuche gut?

Für Fotos ist JPEG die richtige Wahl, für Grafiken mit Schrift PNG. Entscheidend ist weniger das Format als die Pixelzahl: Ein auf 1600 Pixel verkleinertes Foto ist meist einige hundert KB groß, das Kameraoriginal ein Vielfaches davon. In einer Galerie zählen vor allem die Vorschaubilder, denn von ihnen lädt eine Kategorieseite gleich Dutzende auf einmal.

Brauche ich neben dem Alt-Text auch ein Title-Attribut?

Für die Suche bringt das Title-Attribut kaum etwas, es zeigt nur einen Hinweis, wenn jemand mit der Maus auf das Bild zeigt. Auf dem Handy erscheint es gar nicht. Wichtiger sind Dateiname, Alternativtext und der Text der Seite. Im Bildergalerie-Script bekommt der Link um jedes Vorschaubild ohnehin die Beschreibung als Title.

Woher nimmt das Bildergalerie-Script den Alt-Text der Vorschaubilder?

Aus der Beschreibung des Bildes. Sie entsteht beim Hochladen aus dem Dateinamen, wenn „Dateiname als Beschreibung“ eingeschaltet ist, und lässt sich unter „Bilder verwalten“ jederzeit ändern. Das Titelbild einer Kategorie auf der Startseite bekommt absichtlich einen leeren Alt-Text, weil der Name der Kategorie direkt daneben steht.

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